Der aktuelle Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums reiht Österreich insgesamt auf den 53. Platz von 144 Ländern. 2016 lag Österreich am 52., 2015 sogar am 37. Platz. „Es ist unerträglich, dass wir uns in Sachen Gleichberechtigung rückwärts bewegen statt vorwärts“, so Stephanie Cox, Gleichbehandlungssprecherin von JETZT.

Nur in einem Feld schneidet Österreich gut ab: bei der Partizipation der Geschlechter in Bildung und Ausbildung. „Ich freue mich, dass Österreich in Sachen Bildung gute Noten bekommt, was ökonomische Gleichberechtigung angeht, hinken wir leider sehr hinterher“, so Stephanie Cox.

Österreich wird im diesjährigen Gender Gap Report im Bereich ökonomische Partizipation nämlich nur auf Platz 81 gereiht. In Sachen Lohngerechtigkeit findet sich Österreich auf dem 107. Platz. Auch wenig erfreulich ist das Ranking zur politischen Partizipation ausgefallen: Hier belegt Österreich den 44.Platz.

Als „besonders besorgniserregend“ bezeichnet Cox auch die Tatsache, dass Gleichberechtigung laut vorgelegtem Bericht weltweit stagniert und in manchen Bereichen der Abstand zwischen Männern und Frauen sogar größer wird. „Laut WEF würde es 108 Jahre dauern, bis wir die weltweite Lücke zwischen den Geschlechtern geschlossen haben. Bis zur Gleichstellung am Arbeitsplatz müssten wir überhaupt noch 202 Jahre warten. Da ich vermutlich nicht 231 Jahre alt werde, Gleichstellung aber gerne noch erleben würde, müssen wir jetzt mit aller Kraft gegensteuern“, meint Cox.

Als erstenwichtigen politischen Schritt für Österreich nennt Cox vollständige Lohntransparenz. Zweitens ist mir die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am technologischen Fortschritt ein großes Anliegen. Nur so können wir verhindern,dass sich die Kluft zwischen den Geschlechtern in Zukunft nicht noch weiter vertieft“, so Cox.