Laut dem Institut für höhere Studien (IHS) ist die Zahl an Bildungsabbrechern in Österreich, also jenen Personen unter 24 Jahren ohne Pflichtschulabschluss, wesentlich höher als offizielle EU-Zahlen angeben.

Stephanie Cox, Bildungssprecherin von JETZT, meint dazu: „Anhand dieser Zahlen wird klar, dass Türkis-Blau mit ihrer Bildungsselektion ein Ansteigen von Bildungsabbrechern verstärkt hat. Die Selektion im Bildungssystem, die mit den Deutschförderklassen, der Wiedereinführung der Leistungsgruppen sowie den Schulnoten in der Volksschule und der Stärkung der Sonderschulen vorangetrieben wurden – all das führt dazu, dass jene Menschen, die im Bildungssystem benachteiligt sind, noch mehr ausgeschlossen werden.“

Cox weiter: „Das Ziel muss sein, die Stärken der Kinder zu fördern. Dafür braucht es auch mehr Unterstützungspersonal an den Schulen wie etwa SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und auch administratives Personal. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Sozialindex einzuführen und damit mehr Geld für jene Schulen zur Verfügung zu stellen, die vor besonderen Herausforderungen stehen. Eine Lösung ist es auch, die Mittel aus dem Integrationstopf zu verlängern, der etwa erfolgreiche Projekte wie die mobilen interkulturellen Teams ermöglicht hat.“

„Das Bildungssystem hat hier eine Verantwortung und muss an den richtigen Hebeln drehen. Eine Herausforderung ist auch noch immer, dass Bildung in Österreich hochgradig vererbt wird. Daran müssen wir etwas ändern“, fordert Cox.