„Dass der soziale Status der Eltern immer noch eine wesentliche Rolle beim Bildungsweg der Kinder spielt, ist in einem Land wie Österreich nicht hinzunehmen“, sagt Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste Pilz zur heute veröffentlichten Studie der OECD. Wie Cox bereits bei der Vorlage des Regierungsprogramms attestiert hat, lautet das Motto der schwarz-blauen Regierung scheinbar: „Wer ohne goldenen Löffel geboren wird oder anders ist, hat Pech gehabt.“ Die OECD-Studie unterstreicht diesen Eindruck über die aktuelle Lage der Bildungschancen in Österreich.

Besonders schlecht schneidet Österreich bei der „Resilienz“ ab, also bei Kindern, die trotz ihrer Herkunft aus benachteiligten Familien gute Leistungen erbringen könnten. „Diese Zahlen zeigen uns, dass besonders die Schulen, welche von vielen Kindern aus benachteiligten Familien besucht werden, bessere Unterstützungsmaßnahmen, wie SchulsozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen und mehr Lehrpersonen, brauchen.“ Cox fordert von Bildungsminister Faßmann, den Chancenindex endlich auch in Österreich umzusetzen. Das würde bedeuten, dass Schulen mit besonderen Herausforderungen, wie beispielsweise viele Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache oder aus finanziell benachteiligten Familien, mehr Ressourcen bekommen und bessere Fördermaßnahmen setzen können.

Als Faktoren für die Berechnungen wurden neben dem Bildungsabschluss und dem beruflichen Status der Eltern auch Faktoren wie die Verfügbarkeit von Computer und Breitbandinternet herangezogen. Cox meint, dass der Zugang zu digitaler Infrastruktur und digitalen Kompetenzen in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle spielen werden. „Es darf nicht dazu kommen, dass sich einige privilegierte Schulen Tablets und Laptops leisten können und die SchülerInnen dort digitale Kompetenzen erlernen, während andere Kinder diesen Zugang nicht haben. Die Digitalisierung im Bildungsbereich muss so umgesetzt werden, dass sie zu mehr Chancengerechtigkeit führt.“

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