Grafik Tangas der Sicherheitsdruckerei

Geldwäsche in der Nationalbank?

Nachdem die Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruckerei (OeBS), eine Tochter der Nationalbank, mit dem Druck der Euronoten nicht aus den roten Zahlen kommen wollte, mussten Exportaufträge lukriert werden. Chancen rechnete man sich in Ländern wie Georgien, Aserbeidschan oder Syrien aus. Dafür allerdings musste ein wenig nachgeholfen werden. Mit Methoden, die zur Fassade einer Nationalbank wenig passen, etwa mit Geldgeschenken, Damenunterwäsche oder Trachtenhüten.[1] In manchen Ländern werden Aufträge nur nach entsprechenden Zuwendungen vergeben. Bestechungsgelder darf die Nationalbank aber natürlich keine zahlen und deshalb wurde ein Abwicklungsapparat geschaffen. Die Auszahlung der „Provisionen“ übernahm eine pensionierte Schweizer Zirkusakrobatin mit Briefkastenfirma in Panama, die schon zuvor bei Bestechungszahlungen der Münze Österreich, einer weiteren Tochter der Nationalbank, beteiligt war.[2] Zwei Wiener Anwälte mit flexiblem Rechtsverständnis halfen auch.

2011 flog das Ganze auf. Die Staatsanwaltschaft war schon zweimal davor wegen Geldwäscheverdacht alarmiert worden. Aber, Geldwäsche in der Nationalbank?

„Provisionen“ in Höhe von 14 Mio. Euro konnte das Finanzamt jedenfalls nicht als Betriebsausgaben anerkennen und schließlich wurde die Staatsanwaltschaft tätig, die Geschäftsführer kamen in Untersuchungshaft und gegen den gesamten ehemaligen Aufsichtsrat der OeBS wurde wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. 2014 wurden sieben Personen verurteilt.[3]


[1] Siehe Die Presse, 17.2.2014, Nationalbank: Schmiergeld über „Tiger Lily“?

[2] Siehe Der Standard, 1.12.2011, Von Barem, Tiger Lily und Weihnachtsmärkten

[3] Siehe APA 521, 3.10.2014, OeBS 2 – Richter: Keine Zweifel an Bestechung