Am 20.Oktober ist Equal Pay Day – der Tag, an dem Männer in Österreich bereits das verdient haben, was Frauen bis Ende des Jahres verdienen werden. Frauen arbeiten heuer 73 Tage gratis – das ist nur eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, in dem der Equal Pay Day auf den 13. Oktober fiel. Statt 21,7 Prozent im Jahr 2017, liegt der Lohnunterschied heuer bei 19,9 Prozent.

Stephanie Cox, Gleichbehandlungssprecherin der Liste Pilz, fordert ein Maßnahmenpaket zur Gleichstellung und ökonomischen Gleichbehandlung von Frauen: „Es liegt klar auf dem Tisch, was zu tun ist: Ein erster wichtiger Schritt wäre eine vollständige Lohntransparenz. Aktuell ist es so, dass Frauen nur auf Verdacht einer Ungleichbehandlung nachfragen können, wie es mit den Einkommensverhältnissen im Betrieb ausschaut. Löhne sind nicht an und für sich transparent einsehbar. Das müssen sie aber sein – und zwar in alle Gehaltsbestandteile aufgeschlüsselt, vollständig und auf allen Ebenen. Jede Frau soll wissen, was der Kollege nebenan verdient.“

Aktuell müssen in Österreich nur Betriebe ab einer MitarbeiterInnenzahl von 150 einen Einkommenstransparenzbericht veröffentlichen. Viele Frauen arbeiten aber in kleineren Betrieben und sind oft, ohne ihr Wissen, von ökonomischer Diskriminierung betroffen.

Liste Pilz: Österreich braucht ein frauenpolitisches Gesamtpaket – jetzt!

„Neben Lohntransparenz als Werkzeug zur Bekämpfung des Lohnunterschiedes zwischen Männern und Frauen braucht es auch Maßnahmen, die Frauen die gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben ermöglichen. Frauen erledigen in Österreich immer noch 75 Prozent der Arbeit im Haushalt und in der Kinderbetreuung. Das ist höchst ungerecht“, meint Cox. Die Politik muss einerseits Anreize schaffen, Arbeit gerechter zu verteilen und andererseits muss ein qualitativer und quantitativer Ausbau der Kinderbetreuung vorangetrieben werden. Aktuell beteiligen sich Väter zu wenig an der Betreuungsarbeit und Frauen werden vielfach in Teilzeitarbeit gedrängt.

„Österreich braucht ein frauenpolitisches Gesamtpaket, das Mädchen und Frauen auf verschiedenen Ebenen fördert und Männer fordert. Wir müssen wirksame politische Maßnahmen setzen und zwar jetzt. Eine Verbesserung von sieben Tagen im Vergleich zu letztem Jahr ist viel zu wenig“, hält Cox fest.

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