Daniela Holzinger, Sozial- und Familiensprecherin der Liste Pilz, zeigt sich erschüttert über die Zahlen zur Kinderarmut, die durch das EU-Programm SILC erhoben werden: „Wir leben in einem Land, in dem jedes fünfte Kind in armutsgefährdeten Haushalten lebt und somit von Mangel und materieller Benachteiligung betroffen ist. 324.000 Kinder sind in ihrer Entwicklung und Entfaltung gefährdet, mit dramatischen Auswirkungen auf ihr gesamtes späteres Leben. Diese Kinder haben es schwer, die Armutsspirale zu durchbrechen. Gerade Kinder in Ein-Eltern-Haushalten sind besonders stark betroffen: hier sind es 38 Prozent, die von Armut und sozialer Ausgrenzung massiv gefährdet sind.“

Die Liste Pilz hat sich den Kampf gegen Kinderarmut zum Ziel gesetzt und kritisiert am „Tag für die Beseitigung der Armut“ die Tatenlosigkeit der Bundesregierung

 

Weiters kritisiert Holzinger den Umgang der Regierung mit diesem drängenden Thema: „Die Regierung feiert zwar das Nulldefizit, zu dem sie aufgrund der bestehenden Hochkonjunktur wenig beigetragen hat, doch für mich gibt es keinen Grund zu feiern, solange 324.000 Kinder von Armut bedroht sind. Wo bleiben die Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut in Österreich? Ich mache die Bundesregierung immer wieder auf das Problem der steigenden Kinderarmut aufmerksam. Die Regierung nimmt dies zwar zur Kenntnis, setzt aber keine Schritte zur Lösung wie zum Beispiel die Unterhaltssicherung eine wäre. Meine diesbezüglichen Anträge werden immer wieder abgelehnt bzw. vertagt. Auch ein Antrag, in welchem die Regierung aufgefordert wird, einen Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Kinderarmut zu erarbeiten sowie sofort konkrete unmittelbare Maßnahmen zur Linderung des Leids von Betroffenen zu setzen, wurde abgelehnt. Ich fordere daher die Bundesregierung heute am ‚Tag für die Beseitigung der Armut‘ nachdrücklich auf: Bevor wir uns über ein Nulldefizit freuen können, müssen wir die Kinderarmut in Österreich nachhaltig beseitigen und somit allen Kindern faire und gerechte Startbedingungen bieten.“

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