Heute wurde im Bundesamtsgebäude im dritten Wiener Bezirk die „KinderGesundheitswoche“ eröffnet. Radio, Fernsehen und Zeitung waren dabei, als Gesundheitsfragen von Kindern und Jugendlichen an namhafte Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Gesundheitslandschaft gerichtet wurden. Bundesministerin Hartinger-Klein stand dort Rede und Antwort, ferner die Präsidenten der Apotheker- und der Ärztekammer und viele hochrangige Funktionäre des österreichischen Gesundheitssystems.

„Aber warum wurde der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin dort eine Bühne geboten?“, fragt Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT. Nicht nur, dass deren Präsident bei der Auftaktveranstaltung mit dabei war: In den kommenden Tagen werden auch Workshops wie etwa “Zauberhafte Welt der Homöopathie” angeboten. Dort bekommen, so die Programmankündigung, die Kinder und Jugendlichen Antwort auf Fragen wie: Welch‘ große Kraft in den kleinen, süßen Kugeln steckt?

„Warum wird dort nicht über das Thema Impfen informiert, und stattdessen unwissenschaftliche Zaubermedizin propagiert?“, empört sich Holzinger. „Homöopathische ‚Weisheiten‘ haben bei einer seriösen Infoveranstaltung nichts verloren. Wir werden die Hintergründe dieser Einladungspolitik mittels parlamentarischer Anfrage abklären“, kündigt Holzinger an.

In Deutschland hat Gesundheitsminister Spahn indessen eine Initiative zur Impfpflicht gestartet. “Ich erwarte mir auch von der österreichischen Gesundheitsministerin, dass sie den Kampf gegen hochansteckende Krankheiten entschlossen führt. Die Gesundheit österreichischer Kinder ist genauso viel wert wie die der deutschen Kinder. Denn Österreich ist eines der europäischen Länder mit der schlechtesten Durchimpfungsrate“, sagt Holzinger.