Wie die Kindertagesheimstatistik der Statistik Austria zeigt, hat fast die Hälfte der Kindergärten länger als fünf Wochen geschlossen. Auch ein Working-Paper des Österreichischen Instituts für Familienforschung aus dem Jahr 2017 zeigte bereits, dass Österreich bei der Anzahl der Schließtage Aufholbedarf hat. So gibt es etwa in Dänemark nur neun Schließtage jährlich, während es in Österreich zwischen drei und 60 sind.

Diese Problematik verfolgt Daniela Holzinger, Familiensprecherin von JETZT, schon länger: „Mein Antrag für einen bundeseinheitlichen Qualitätsrahmen bei der Kinderbetreuung mit einer einheitlichen Höchstzahl an Schließtagen wurde leider im Herbst von ÖVP und FPÖ abgelehnt. Nun sieht man aber ganz klar, dass die Bundesregierung hier säumig ist und Österreich bei der Anzahl der Schließtage noch großen Aufholbedarf hat, um den Familien ein Betreuungsangebot zu bieten, das der Alltagsrealität entspricht. Die Steiermark und Wien gehen mit gutem Beispiel voran, in den restlichen Bundesländern haben 60 bis 80 Prozent der Kindergärten länger als fünf Wochen geschlossen, was so nicht zu akzeptieren ist. Es ist nicht gerecht, dass das Kinderbetreuungsangebot in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich ist. Deshalb fordere ich die Familienministerin auf, eine bundesweit einheitliche Anzahl an Schließtagen festzulegen, die sich an den Vorreiter-Bundesländern sowie an der Urlaubszeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer orientiert.“