Mit dem Begriff passives Spiel, auch Zeitspiel genannt, wird im Handball die Spielweise einer in Ballbesitz befindlichen Mannschaft bezeichnet, ohne erkennbaren Versuch, angreifen oder ein Tor erzielen zu wollen. Erkennen die Schiedsrichter eine Tendenz zum passiven Spiel, so geben sie durch Anheben eines Armes ein Warnzeichen. Die ballführende Mannschaft hat dadurch die Gelegenheit, ihre Spielweise umzustellen, ändert sie sich nicht, so wird sanktioniert. Daniela Holzinger, Sozialsprecherin von JETZT, sieht seitens der Regierung ein solches unerlaubtes Zeitspiel: „Ich habe der Bundesregierung bei der Anrechnung von Karenzzeiten über eine sozialpartnerschaftliche Regelung einen Vertrauensvorschuss gegeben. Nun kann ich der Bundesregierung nur zum Spielen auf Zeit, im Interesse der Wirtschaftskammer und zu Lasten von fast jeder zweiten Mutter, gratulieren. Während die WKÖ von Beginn an auf der Bremse stand, was die Anrechnung von Karenzzeiten betrifft, greift ÖVP-Klubchef Wöginger nun noch zusätzlich zur Handbremse. Vielleicht sollte ÖAAB-Chef Wöginger doch lieber eine Mitgliedschaft im Wirtschaftsbund anstreben, denn seine Politik dient ausschließlich den Wirtschaftstreibenden und nicht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die er vertreten sollte.“

Die Sozialsprecherin von JETZT fordert gesetzliche Lösung bei der Anrechnung von Karenzzeiten

Holzinger will dem passiven Spiel der Bundesregierung nicht länger zusehen: „Die Bundesregierung hat die 455.000 betroffenen Frauen, die nach wie vor keinen Anspruch auf eine Anrechnung von 24 Monaten Karenzzeit haben, bewusst und mit Kalkül zurückgelassen. Meine Anträge zu einer gesetzlichen Lösung wurden im Herbst abgelehnt und nun gibt es keine Lösung für rund 44 Prozent der Frauen, daher werde ich meine Anträge erneut einbringen. Die Nichtanrechnung von Karenzzeiten führt nicht nur zu Gehaltseinbußen während des Berufslebens – vor allem für Frauen – sondern wirkt sich auch negativ auf die Pensionshöhe aus. Daher hoffe ich auf eine breite Unterstützung meiner Anträge. Das Spiel auf Zeit ist jetzt vorbei!“