Cannabis ist in der Schmerztherapie wirksam, daher muss für diese Patienten der Zugang zu kostengünstiger Medizin ermöglicht werden

„Beim Durchlesen des Ministeriumsberichts musste ich mich schon wundern. Das würde sich kein Studierender in Österreich trauen als Seminararbeit vorzulegen: Es fehlt an Objektivität, denn Fakten werden sehr einseitig gewichtet bzw. erst gar nicht aufgeführt. Überdies fehlen vernünftige Quellenangaben und Verweise. Der internationale Vergleich reduziert sich auf einige Worte zu Deutschland. Der Bericht ist somit eine unmethodische Aneinanderreihung von Aussagen mit dem einzigen Ziel: In Österreich darf sich um Gottes Willen nichts ändern“, kritisiert Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT, den Ministeriumsbericht zur Liberalisierung von Cannabis in der Medizin.

„Mit diesen dürren zwölf Seiten wurde der Parlamentsauftrag schlicht nicht
erfüllt. Der lautete nämlich „über zukünftige medizinische, rechtliche,
organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von
cannabishaltigen Arzneimitteln‘ zu berichten. 

Was stattdessen vorliegt, ist eine
Meinungskundgabe des Ministeriums, in die noch nicht einmal – wie im
einstimmigen Nationalratsbeschluss vorgesehen – die Stellungnahmen zur
Ausschussbegutachtung des Gesundheitsausschusses eingeflossen sind“, sagt
Holzinger.

Immerhin muss auch dieser tendenziöse Text auf Seite sieben zugestehen, dass es
eine „ausreichend gute Evidenz“ für die Wirksamkeit in der Schmerztherapie, bei
Übelkeit aufgrund von Chemotherapie und bei Spastizität bei Multipler Sklerose
gibt. Auf Seite elf des Textes wird überdies zugestanden, dass kein höheres
Missbrauchspotential gegeben ist.
„Die Liberalisierung von Cannabis in der Medizin ist somit ready to go: Was
fehlt ist leider ein Gesundheitsministerium, dass im Sinne der Gesundheit der
Bevölkerung und aufgrund von Fakten – anstatt rechter Ideologie und Angst –
handelt“, meint Holzinger.