Laut einer Presseinformation des ÖGB Tirol verursachen psychische Belastungen im Beruf in Tirol Kosten in der Höhe von ca. 300 Millionen Euro jährlich. In Österreich wird zur Behandlung arbeitsbedingter Erkrankungen aufgrund körperlicher Belastung 2,8 Milliarden Euro ausgegeben, um die Folgen psychischer Belastung zu kurieren sogar 3,3 Milliarden Euro.

„Wir müssen hier auf zwei Ebenen ansetzen: Zum einen brauchen wir einen unkomplizierten und für alle leistbaren Zugang zu Psychotherapien. Ich fordere daher, dass Psychotherapie österreichweit als Kassenleistung durch Vertragspsychotherapeuten angeboten wird“, sagt Daniela Holzinger, Gesundheits- und Sozialsprecherin von JETZT, und weiter: „Zum anderen müssen wir dem wachsenden Druck am Arbeitsplatz durch Arbeitsverdichtung entgegenwirken. Sie bewirkt, dass jede und jeder stetig mehr Aufgaben bekommt. Daher brauchen wir sofort eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Das würde besonders für die Beschäftigten in sozialen und pflegerischen Berufen zu einer spürbaren Entlastung und Lohnerhöhung führen. Es geht jedenfalls nicht an, dass die Arbeitgeber von der wachsenden Produktivität im Land finanziell profitieren und die Beschäftigten mit ihrer Gesundheit draufzahlen!“

Als weitere Maßnahme schlägt Holzinger das Recht der Beschäftigten auf eine 4-Tage-Woche vor. „Somit könnten wir den Arbeitsstress wirksam ausgleichen. Auch in den Wochen und Monaten nach dem 1. Mai sollten wir uns am Arbeitsplatz nicht alles gefallen lassen. Nur wenn wir für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, können sie sich auch verbessern. Von der derzeitigen Regierung braucht man sich genau nichts zu erwarten“, findet Holzinger.