Am 30. Dezember letzten Jahres wurde vom Verteidigungsministerium via Facebook ein Einsatzbericht aus dem Jahr 2003 geteilt. Es handelte sich dabei um einen Hilfseinsatz im Rahmen der Erdbebenkatastrophe in der südiranischen Stadt Bam, die rund 26.300 Tote und etwa 30.000 Verletzte forderte.
„Unser Bundesheer hat hier in vorbildlichster Art und Weise Hilfe geleistet. Da kann man zurecht stolz sein“, sagt Daniela Holzinger, stv. Mitglied im Verteidigungsausschuss, die beim Betrachten der Fotos vom Einsatz jedoch eine fragwürdige Entdeckung machte: „Es ist unübersehbar, dass ausschließlich die weiblichen Angehörigen der Einheit eine Art Kopftuch tragen, während ihre männlichen Kameraden entweder keine Kopfbedeckung oder aber die Standard-Uniformkappe tragen.“

Im Wissen um das streng islamische Regime des Iran, läge die Vermutung entsprechend nahe, dass es sich dabei um eine geschlechterspezifische Diskriminierung unserer Soldatinnen gehandelt habe, meint Holzinger, die deshalb gemeinsam mit Peter Pilz eine parlamentarische Anfrage an Verteidigungsminister Kunasek (FPÖ) einbrachte:

JETZT stellt Anfrage, um mögliche Geschlechterdiskriminierung beim Bundesheer aufzuklären

„Ich will vom Verteidigungsminister wissen, ob unsere Soldatinnen tatsächlich im Kopftuch zum Aufräumen in den Iran geschickt wurden? Damals von einer schwarz-blauen Regierung, so wie sie auch heute im Amt ist. Ich will wissen, welche Regelungen dafür verantwortlich waren und ob heute etwas Vergleichbares noch einmal stattfinden könnte?“

„Unsere Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz sind RepräsentantInnen unserer Verfassung und unserer sozialen Errungenschaften und dazu gehört auch die Gleichstellung von Mann und Frau. Sollte es tatsächlich dazu gekommen sein, dass Frauen im Einsatz unter schwarz-blauer Führung gezwungen wurden sich zu verhüllen und ein dementsprechendes Kopftuch zu tragen, wäre dies ein Skandal“, stellt Holzinger fest.