Wie heute im Ö1-Morgenjournal bekannt wurde, wird es für den Familienbund in Zukunft nicht mehr möglich sein, geförderte Besuchsbegleitung für einkommensschwache Familien unter professioneller Aufsicht und auf neutralem Boden anzubieten, da der Fördervertrag mit dem Sozialministerium unzureichend ist. „Die freien DienstnehmerInnen wurden seitens des Familienbundes angestellt, was gut und richtig ist und nun soll aufgrund der unzureichenden Förderbedingungen und der Unterfinanzierung die professionelle Besuchsbegleitung eingestellt werden. Die Leidtragenden dabei sind einmal mehr die Kinder aus einkommensschwachen Familien, denen die Möglichkeit eines geordneten Treffens mit einem Elternteil genommen wird. Es geht hier um Kinder, die aufgrund von Scheidungen, Gewalt in der Familie, oder der Sucht der Eltern schon jetzt einen schwierigen Start ins Leben haben und emotional oft stark unter dieser Situation leiden“, meint Daniela Holzinger und fordert weiters: „Es muss hier schnellstmöglich die Beibehaltung der geordneten Besuchsbegleitung mit ausreichender Finanzierung, im Sinne der betroffenen Kinder, sichergestellt werden. Dies ist oft die einzige Möglichkeit, den Kontakt mit dem Elternteil, unterstützt durch eine professionelle Betreuung, aufrechtzuerhalten.“

Familiensprecherin Holzinger und Parteiobfrau Stern fordern Beibehaltung und ausreichende Finanzierung für die Besuchsbegleitung

Auch Parteiobfrau Maria Stern gibt zu bedenken: „Auf Kosten der Kinder darf generell nicht gespart werden. Wenn sie die schwere Zeit einer Trennung oder Scheidung durchlaufen, brauchen sie jede Unterstützung. Speziell wenn sie Zeugen von häuslicher Gewalt wurden, müssen wir uns die akute Kindeswohlgefährdung vor Augen führen, die einer sorgsamen Aufarbeitung im geschützten Rahmen bedarf, um die lebenslangen Folgen der Traumatisierung zu lindern.“

„Das Besuchscafé ist so ein Ort der Aufarbeitung. Hier ermöglicht ein speziell geschultes Team den Kontakt zum gefährdenden Elternteil, wenn es im privaten Umfeld nicht mehr möglich ist. Es wird, in kindgerechter Umgebung, daran gearbeitet, Kinder an die neue Situation zu gewöhnen und neue Beziehungsmuster aufzubauen, die für alle positiv sind. Es wird auch genau beobachtet, ob der Kontakt, zum Wohl des Kindes, aufrechterhalten werden kann. All dies sollte die Sozialministerin wissen. Bei den Besuchscafés zu sparen ist kurzsichtig und ein Verlust für alle Beteiligten. Wir dürfen Kinder, die eine äußerst schwere Zeit durchleben, aus Kostengründen nicht im Regen stehen lassen.“