Erst im Jänner dieses Jahres wurde eine Studie der Princeton University veröffentlicht, die Frauen in Österreich ein besonders schweres Los bescheinigt. Demnach haben Frauen nach der Geburt eines Kindes mit langfristigen Einkommenseinbußen von durchschnittlich 51 Prozent gegenüber ihren männlichen Kollegen zu rechnen. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie Arbeits- und Sozialsprecherin Daniela Holzinger erklärt: „Der Wiedereinstieg in den Beruf ist für viele ein Problem und auch langfristige Teilzeitbeschäftigungen schlagen natürlich auf die Lebenserwerbskurve durch. Dieses Problem haben Männer meist nicht – Kinderbetreuung wird hierzulande immer noch als alleinige Aufgabe der Frau gesehen.“

Regierung setzt Politik gegen die Menschen fort und benachteiligt nun gezielt Frauen

Dass es jedoch auch anders gehen kann, würden ihrer Ansicht nach Dänemark und Schweden beweisen. Hier beträgt der relative Einkommensverlust mit 21 bzw. 27 Prozent nur etwa die Hälfte. Gerade aus dem Grund sei es laut Holzinger wichtig, politisch den Rahmen für eine partnerschaftliche Aufteilung der Erziehungsarbeit zu schaffen – etwa durch die Einführung des Papamonats oder der Attraktivierung der Väterkarenz. Unverzichtbar sei es aber zusätzlich, gezielt in Frauenförderung zu investieren, wie dies bisher unter anderem durch die politische Vorgabe, zumindest 50 Prozent der AMS-Mittel speziell für die Unterstützung von Frauen abzustellen, gelebt wurde. Eine Zielsetzung, die Sozialministerin Hartinger-Klein nun kurzerhand streichen lässt.

„Diese Regierung hat sich augenscheinlich zum Ziel gesetzt, wo immer es möglich ist, auf die Schwachen hinzutreten. So bedeutet der nunmehr 2020 auslaufende 50-Prozent-Richtsatz ja nicht, dass damit alle arbeitsmarktbezogenen Benachteiligungen der Frauen gelöst wären – aber es war zumindest ein messbares Bekenntnis, sich der Sache anzunehmen und nötige Mittel zur Verfügung zu stellen. Dass ausgerechnet eine Frau im Ministerium diese frauenfeindliche Politik durchsetzt, ist nur als weitere Verhöhnung unserer Geschlechtsgenossinnen zu sehen.“