Die Liste Pilz steht auf der Seite aller Menschen, die als Kinder und Jugendliche in geschlossenen Systemen, wie zum Beispiel Krankenhäusern, Heimen oder Psychiatrien, sexueller Gewalt ausgesetzt waren. „Aus meiner Sicht trifft das auch auf Missbrauch in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen zu“, führt Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin der Liste Pilz, aus. Holzinger war an den überfraktionellen Verhandlungen im Nationalrat zum Heimopferrentengesetz beteiligt. „In den Verhandlungen im Ausschuss hatten wir als Konsens die Formulierung gefunden, dass das Gesetz auf all diejenigen zutreffen sollte, die wehrlos und ohne eigene Schuld in geschlossenen Systemen eingesperrt waren, und die über einen langen Zeitraum hinweg Gewalt ausgesetzt waren.“

Ziel der Neuregelung im Sommer war, dass alle Menschen, die als Kinder in geschlossenen Systemen eingesperrt waren, Entschädigung erhalten

 

Das trifft eindeutig auf kirchliche Einrichtungen zu, auch wenn die Menschen dort nicht physisch eingesperrt waren. In Wahrheit hatten diese aber keine Chance, einfach fernzubleiben. „Wer in den Firmunterricht geht oder als Ministrant tätig ist, ist in dieser Zeit in einem geschlossenen System und besonders schutzbedürftig, da die Kirche über eine besondere moralische und seelische Autorität verfügt“, begründet Holzinger ihre Unterstützung der Verfassungsgerichtshofüberprüfung. „Ich kenne den Fall und den Antragsteller persönlich. Was er erleiden musste, hat ihm definitiv Lebenschancen zerstört. Ich muss schon sagen, dass der Umgang der Kirche mit der Person und mit ihrer Schuld an dieser Zerstörung problematisch ist. Die Kirche sollte sich an der Finanzierung der Heimopferrente beteiligen statt abzuwiegeln und sich mit vielen Worten aus der Verantwortung zu stehlen. Damit wäre eine entsprechende Ausweitung, die durchaus im Sinne des Gesetzgebers steht, auch finanziell abgesichert“, sagt Daniela Holzinger.