Holzinger zu Cannabis in der Medizin: Hartinger-Klein muss Expertise der WHO anerkennen

„Ich habe im letzten Gesundheitsausschuss des Parlaments verlangt, dass der Bericht zur Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke im Plenum des Nationalrates diskutiert wird, da sich Ministerin Hartinger-Klein einer Nutzung des Naturproduktes Cannabis in der Medizin verwehrt. Vorwand für ihre Haltung war der Bericht des Obersten Sanitätsrates, welcher für die Wirksamkeit des Naturproduktes Cannabis zu wenig wissenschaftliche Evidenz erkennen will“, kritisiert Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT.

Nun hat die WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine Empfehlung herausgegeben, die Restriktionen gegen Cannabis für medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu lockern und die Einstufung „zu wenig Wirksamkeit in der Medizin“ fallen zu lassen.

Diese Empfehlungen stützt die WHO auf neue Studienergebnisse zum medizinischen Nutzen verschiedener Cannabinoide. Die bisherige Einstufung sei medizinisch nicht mehr haltbar, so die WHO in einem Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres.
Holzinger dazu: „Eine Verbesserung der Situation für tausende SchmerzpatientInnen scheint in greifbarer Nähe – wenn die FPÖ es schafft, hier ihre Angst und Ideologie abzulegen, steht der medizinischen Nutzung von Cannabis nichts mehr im Wege! Im Sinne der Gesundheit der österreichischen Bevölkerung würde ich mich freuen, wenn sich Ministerin Hartinger-Klein an die Empfehlungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation halten würde. Stattdessen segelt sie auf FPÖ-Parteilinie und verbreitet Angst und Schrecken statt wissenschaftlicher Expertise. Das hat in der Medizin nichts verloren, denn eine Verbesserung der Situation für tausende SchmerzpatientInnen ist umgehend erforderlich“, erklärt Holzinger.

„Ich werde morgen einen Antrag im Plenum einbringen, dass ein neuerlicher Cannabis-Bericht an ein unabhängiges wissenschaftliches Institut in Auftrag gegeben wird. Somit werden alle Beteiligten eine neue Diskussionsgrundlage haben“, sagt Holzinger.