Immer wieder kommt es zu Fällen schwerer Tierquälerei bei Nutztieren, wie nun zum Beispiel im oberösterreichischen Gmunden. In dem Horror-Schweinestall wurden sechs Kadaver und die knöchernen Überreste von mindestens 31 weiteren Schweinen gefunden. Die 63 noch lebenden Schweine mussten notgeschlachtet werden, da sie nicht mehr lebensfähig waren. „Als wäre das nicht schon schrecklich genug, mussten sich die noch lebenden Tiere offenbar von den bereits toten Schweinen ernähren“, äußert sich Daniela Holzinger, JETZT-Tierschutzsprecherin, entsetzt.

Häufigere und unangemeldete Kontrollen von landwirtschaftlichen Betrieben sind unabdinglich

„Solche extremen Verwahrlosungen passieren ja nicht von heute auf morgen, diese Tiere wurden offensichtlich Wochen, wenn nicht Monate, sich selbst überlassen – dafür spricht auch, dass ihnen die eigenen Exkremente teilweise bis zum Bauch reichten. Das sind unvorstellbare Zustände.“ Um solche Fälle von Tierquälerei bei Nutztieren verhindern zu können, braucht es laut Holzinger häufigere und vor allem unangekündigte Kontrollen von landwirtschaftlichen Betrieben, damit solche Missstände schnell aufgedeckt werden können und man nicht auf anonyme Anzeigen angewiesen ist. „Wir können hier nicht mehr länger tatenlos zusehen, wir müssen endlich handeln, um unnötiges Tierleid zu verhindern – JETZT“, äußert sich Holzinger.

Gegen die zwei Landwirte wird nun wegen Tierquälerei ermittelt und auch ein Verfahren wegen eines Tierhalteverbotes wurde eingeleitet. „Menschen, die den Tieren solch großes Leid zufügen, dürfen nie wieder in Verantwortung für wehrlose Tiere kommen. Ich appelliere also an die zuständige Behörde, schnellstmöglich ein Tierhalteverbot zu verhängen“, meint die Tierschutzsprecherin. „Ich bitte auch Bundesministerin Hartinger-Klein darum, die zuständigen Landesbehörden dabei zu unterstützen, eine rasche Änderung der einschlägigen Regelungen zu erwirken, damit gerichtlich festgestellten Tierquälern zukünftig die Tierhaltung jedenfalls zu verbieten ist und nicht nur verboten werden kann, wie dies derzeit noch der Fall ist“, fordert Holzinger.