Wie der Standard heute berichtete, entwickelt sich die nächste Wunderwaffe der Regierung im Kampf gegen den Fachkräftemangel – die Regionalisierung der Mangelberufsliste – zum Rohrkrepierer.

JETZT: Österreichische Fachkräfte sind da, ihre Leistung gehört aber auch ordentlich bezahlt!   
Der Hintergrund: Im Westen des Landes fehlten Köche und Kellner und niemand sei bereit den Job zu machen – ja nicht einmal bereit, dafür aus dem „fernen“ Wien anzureisen – dem Bundesland also wo es einen Überhang an arbeitssuchenden Gastro-Fachkräften gäbe.
Es sei daher die Mangelberufsliste zu regionalisieren, um über die Rot-Weiß-Rot Karte auch Fachkräfte von außerhalb der EU anwerben zu können, trommelte die Wirtschaftskammer, und die neue Regierung lieferte.
Seit 1. Jänner sind Koch und Kellner offizielle Mangelberufe – alleine es bewahrheiteten sich die Hoffnungen der Befürworter nicht, wie der Standard heute berichtete. Seit Jänner gäbe es demnach genau sieben anerkannte Köche oder Kellner, die über eine Rot-Weiß-Rot Karte als Fachkräfte ins Land gekommen sind, und, während der Andrang allgemein hinter den Erwartungen zurückbleibe, sei die Ablehnungsquote mangels Fachkenntnissen der BewerberInnen hoch.
Liste JETZT-Arbeitssprecherin Daniela Holzinger sieht sich durch diese Entwicklung in ihrer Position bestätigt: „Wer Fachkräfte haben will, der muss diese auch ordentlich bezahlen und allgemein für Arbeitsbedingungen sorgen, die den Job erstrebenswert machen. Wer hier zu geizig ist, wird am Ende feststellen, dass einheimische aber auch ausländische ArbeitnehmerInnen ausbleiben und bald darauf dann auch die Gäste.“
Die von Sozialministerin Hartinger-Klein ins Auge gefasste Lösung einer weiteren Absenkung der Rot-Weiß-Rot Karten-Kriterien erteilt Holzinger indes eine klare Absage: „Der Fachkräftemangel kann nur durch gute Arbeitsbedingungen und attraktive Entlohnung gelöst werden. Es macht ganz einfach keinen Sinn, Menschen als Fachkräfte zu holen, die über keinerlei Fachkenntnisse mehr verfügen. Das ist ein Widerspruch in sich – und seien wir uns ehrlich, Skihütten und Hotels die nurmehr Gewinne maximieren und Packerlessen servieren – gibt’s leider bereits genug.“