„Ich verstehe die Enttäuschung der Aktiven über diesen Tarifabschluss. Er bleibt nicht nur deutlich unter den von der Gewerkschaft gesteckten Zielen, sondern er bietet auch keine Ansatzpunkte für die strukturellen Probleme der Pflege- und Sozialberufe“, kommentiert Daniela Holzinger, Gesundheits- und Sozialsprecherin von JETZT, den Tarifabschluss in der Sozialwirtschaft.

3,2 Prozent mehr Lohn sieht zwar nach viel aus, doch diese Erhöhung wäre erst dann wirklich ein Schritt nach vorne, wenn sie mit einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich einherginge. Holzinger gibt zu Bedenken: „Sozial- und Pflegekräfte arbeiten derzeit über dem Limit. Deshalb ist besonders hier die Forderung nach Verkürzung so zentral.”

JETZT fordert: Ministerin Hartinger und die Gesundheitslandesräte sollen mit an den KV-Verhandlungstisch

„Der enttäuschende Abschluss macht aber auch klar: Das österreichische System der Pflegefinanzierung geht immer zulasten der Beschäftigten. Die Arbeitgeber reden sich damit heraus, dass sie zu wenig Gelder der öffentlichen Hand bekommen. Und die öffentliche Hand beruft sich auf die Autonomie der Sozialpartner. Das ist offenbar ein Teufelskreis“, so Holzinger.

„Ich schlage daher vor, dass künftig Vertreter des Ministeriums und der Länder mit am KV-Verhandlungstisch sitzen. Schließlich ist die Branche vorwiegend von öffentlichen Geldern abhängig. Und da ist es schon der Job von Ministerin Hartinger-Klein, hier für Nachhaltigkeit zu sorgen“, kritisiert Holzinger abschließend.