“Die neuesten Anlassfälle zeigen, wie wichtig es wäre, endlich konkrete Maßnahmen gegen Gewalt in der Schule umzusetzen“, sagt Stephanie Cox, Bildungssprecherin des Parlamentsklubs JETZT. Den von Minister Faßmann geplanten Time-out-Klassen kann sie nur wenig abgewinnen, da diese zu einer langfristigen Isolierung der auffälligen Jugendlichen führen kann. Man sollte laut Cox von Anfang an einplanen, dass diese cooling-off-Phase nur kurzfristig stattfindet. „Eine temporäre Auszeit mit Einzelbetreuung kann sehr sinnvoll sein. Aber es braucht für Eindämmung von Gewalt an der Schule einen ganzheitlichen Ansatz, in welchem alle Beteiligten, also auch die KlassenkollegInnen und die LehrerInnen, miteinbezogen werden.“

JETZT fordert temporäre Auszeit statt eigene Time-Out-Klassen

Cox sieht aufgrund des Ressourcenmangels im Schulsystem die Gefahr, dass etwa die bereits bestehenden basalen Förderklassen in Wien zu Time-Out-Klassen umstrukturiert werden. „Das sind allerdings zwei paar Schuhe. Diese Förderklassen sind Kleingruppen für Kinder, welche sozial-emotionale Entwicklungsprobleme haben und dort ein bis drei Jahre, meist an einem externen Schulstandort, intensiv begleitet werden.“ Cox fordert Verbesserungen am Schulstandort und mehr Autonomie. „Es braucht mehr Unterstützungspersonal in den Schulen wie SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen und auch einen Ethikunterricht, den alle Kinder besuchen, in welchem die Konfliktlösungskompetenz verbessert und ein respektvoller Umgang miteinander geübt wird.“