Für die Einen ist der Prater eine grüne Lunge, für andere eine gewinnbringende Fläche. Im Juni 2013 schlägt der Falter Alarm. Ein Teil der Trabrennbahn in der Krieau soll verbaut werden.[1] Das Unglück hatte sich schon 2004 angekündigt, als große Flächen in der Krieau verkauft wurden, wobei der Kaufpreis unverzinst bis 2012 gestundet worden war. Das Kontrollamt der Stadt Wien kritisierte den für die Stadt ungünstigen Vertrag.[2]

Aber in der Folge wurde direkt angrenzend an die Trabrennbahn das sogenannte „Viertel-Zwei“ hochgezogen. Mit Bürotürmen, Hotel und Luxus-Studentenappartements.

2014 verkündete die Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou „Die Zukunft der Trabrennbahn ist gesichert.“ Außerdem sei sie denkmalgeschützt.[3] Eine Bürgerinitiative warnte auch vor der scheibchenweisen Demontage des Denkmal- und Landschaftsschutzes. Aber das fortlaufende Unheil ließ sich nicht stoppen.[4]

2018 wurde der Rest des Trabrennplatzes an die Projektentwickler verkauft. Geplant sind zwei Türme für Büros und Luxuswohnungen, zwischen denen ein paar alte Stallungen verloren und zweckentfremdet stehen bleiben (müssen). Ein buntes, lebendiges Quartier solle entstehen, so wurden die Pläne angepriesen.[5] Ein Wochenendspaziergang durch das neu entstandene „Viertel Zwei“ zeigt mittlerweile das Gegenteil.

Die Immobiliendeals bei der Trabrennbahn stinken. Und das liegt sicher nicht an den Pferden. Das Schema ist immer dasselbe. Eine öffentliche Ressource wandert in die Hände von Spekulanten, die sie zu Geld machen. Einige werden noch reicher, die Gemeinschaft ärmer. Der Immobilieninvestor Michael Griesmayr[6] zum Beispiel hatte exzellente Verbindungen zu den damals verantwortlichen Stadträten Faymann und Ludwig.

Der Trabrennverein, der einen unbefristeten Pachtvertrag für die Liegenschaft hat, ist in Geldnöten.[7] Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich auch den Rest des Areals ablösen lässt.[8] Und der Denkmalschutz ist einmal mehr keiner.

„Im Oktober 2018 gibt der Trabrennverein bekannt, dass er die Pläne für neue Stallungen fallen gelassen hat und ein Ausweichquartier sucht.[9] Seit Sommer 2019 werden zwei Tribünen des Trabrennplatzes zu Büros umgebaut und weitere 179 Wohnungen errichtet.[10]“


[1]    Siehe Falter 25/13, 19.3.2013, Die traditionsreiche Trabrennbahn im Prater soll zumindest teilweise verbaut werden -für den Anfang.
Siehe ORF, 23.6.2013, Teil der Trabrennbahn wird verbaut, https://wien.orf.at/news/stories/2589825/

[2]    Kontrollamt der Stadt Wien, KA – K-4/06, MA 69, Prüfung betreffend intransparente Grundstückstransaktionen der Stadt Wien,  http://www.stadtrechnungshof.wien.at/berichte/2006/lang/4-24-KA-III-K-4-6.pdf

[3]    Siehe ORF, 25.2.2014, Trabrennbahn Krieau bleibt erhalten, https://wien.orf.at/news/stories/2633067/

[4]    Siehe Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nr 16 / Jänner-April 2014, S.42-43,  https://docplayer.org/35577621-Schutz-gestellt-wurde-dass-eine-solche-vorgangsweise-notwendig-ist.html

[5]    OTS 212, 26.2.2014, https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140226_OTS0212/stadterweiterung-viertel-zwei-waechst-bild

[6]    Vorstand der value one holding AG, unter der die IC Projektentwicklung, IC Development usw angesiedelt sind

[7]    Siehe Standard, 13.12.2018, Krieauer Trabrennbetrieb akut gefährdet, https://derstandard.at/2000093886992/Krieauer-Trabrennbetrieb-akut-gefaehrdet

[8]    Siehe ORF, 29.10.2018, Zukunft mit Fragezeichen für Krieau, https://wien.orf.at/news/stories/2944250/

[9] Siehe Kurier, 21.9.2018, Traber suchen Ausweichquartier für Krieau

[10] Siehe Der Standard, 25.7.2019, Viertel Zwei: Tribünen werden zu Büros