Grafik Panama

Doch nicht bei uns!

Panama ist bekannt für seinen Kanal, für seine zahllosen Briefkastenfirmen[1] und eine enorme Dichte an Anwaltskanzleien. Anwälte müssen nämlich in diesem Land keine Meldungen beim Verdacht auf Geldwäsche machen und sie brauchen auch nicht die wahren Eigentümer der von ihnen vertretenen Firmen feststellen. Idealbedingungen um Geld zu verstecken.

Im April 2016 gelangten Millionen Daten einer panamesischen Anwaltskanzlei an eine gemeinsame Rechercheplattform internationaler Medien. Die beteiligten Journalisten arbeiteten sich durch ein System von Briefkastenfirmen, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Schwarzgeldveranlagung. Daraufhin mussten sich französische, chinesische, russische, ukrainische oder argentinische Politiker rechtfertigen, der Ministerpräsident von Island trat zurück.

Während die deutschen Finanzbehörden zur Verfolgung der Steuersünder Sonderschichten einlegten, geschah in Österreich erst einmal nichts. Zwar fanden sich in den Dokumenten 76 Briefkästen mit Österreichbezug, einzige Konsequenz aber war die Ablösung des Vorstands der Hypo Vorarlberg und eine Geldstrafe der Finanzmarktaufsicht für diese Bank.[2] Dass die Hypo Vorarlberg der einzige Finanzdienstleister in Österreich ist, der an Panama-Geschäften beteiligt war, ist freilich unwahrscheinlich…


[1]   Mossack-Fonseca alleine gründete über 214.000 Briefkastenfirmen

[2]   Siehe Trend, 7.4.2016, Panama-Papers: Hypo Vorarlberg-Chef Grahammer tritt zurück, https://www.trend.at/wirtschaft/panama-papers-hypo-vorarlberg-chef-grahammer-6304549

      sowie: Die Presse, 21.3.2018, Panama-Leaks: FMA verhängt 414.000 Euro Strafe gegen Hypo Vorarlberg, https://diepresse.com/home/wirtschaft/unternehmen/5392780/PanamaLeaks_FMA-verhaengt-414000-Euro-Strafe-gegen-Hypo-Vorarlberg