Studie der Uni Linz: In Österreich ist Vermögen besonders ungleich verteilt

Die neuesten Berechnungen von Forschern der Universität Linz im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich kommen erneut zu einem längst bekannten Ergebnis: Mehr als 40 Prozent des privaten Vermögens ist in den Händen des reichsten Prozents der Bevölkerung. Die AK fordert daher eine „Millionärssteuer“, da Arbeit in Österreich viel zu hoch belastet ist, während Vermögen unterdurchschnittlich besteuert wird.

Bruno Rossmann, Klubobmann und Finanzsprecher der Liste Pilz, teilt die Einschätzung der AK: „Die Mär der Regierung, dass sie Leistungsträger entlaste und daher keine Vermögens- oder Erbschaftssteuer einführe wolle, gehört ins Reich der Phantasien. Mehr als die Hälfte der Steuereinnahmen stammen von den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Sie sind die echten Leistungsträger des Staates und werden weiterhin unverhältnismäßig stark zur Kasse gebeten. Erbschaften machen einen immer größeren Anteil der jährlichen Vermögenszuwächse privater Haushalte aus. Sie entsprechen leistungslosem Einkommen, daher verlangt Leistungsgerechtigkeit deren Besteuerung.“

Mit ihren Forderungen läuft die AK bei Rossmann offene Türen ein: „Ich setze mich schon seit Jahren für eine Umverteilung der Steuerlast weg von Arbeit hin zu Vermögen und Vermögensübertragungen ein. Zuletzt im Februar mit einem Entschließungsantrag, der wieder einmal von den Regierungsfraktionen abgeschmettert wurde. Superreiche werden, ohne etwas dafür tun zu müssen, automatisch noch reicher. Die Vermögensschere klafft immer weiter auseinander, in Österreich ganz besonders stark. Ich fordere daher einmal mehr eine progressive Erbschaftssteuer mit einem Freibetrag von 500.000 Euro, mit der eine Abgabenentlastung der niedrigen Einkommen finanziert werden soll.“