Das heute im Ministerrat beschlossene Digitalsteuer-Paket verdient seinen Namen nicht, findet Bruno Rossmann, Klubobmann und Finanzsprecher von JETZT: „Mit einer Digitalsteuer, wie sie ursprünglich auf europäischer Ebene diskutiert wurde, hat das vorgestellte Paket nichts mehr zu tun. Von den drei Säulen, die besteuert werden sollten, ist lediglich eine mickrige Online-Werbeabgabe beschlossen worden. Selbst diese Digitalsteuer auf Umsätze sollte auf EU-Ebene immer nur eine Übergangslösung darstellen. Die einzig wirklich sinnvolle Lösung – die digitale Betriebsstätte – wird von der Regierung gar nicht mehr angesprochen. Hier hätte es während des Ratsvorsitzes deutlich mehr Einsatz benötigt, dieses Thema innerhalb der EU voranzubringen.“

Rossmann weiter: „Wie Finanzminister Hartwig Löger selbst einräumte, macht die sogenannte ‚Digitalsteuer‘ einen verschwindend geringen Teil des Gesamtpakets aus. Der Großteil fällt auf die USt-Pflicht für Sendungen aus dem Ausland. Das als Digitalsteuer zu verkaufen, ist jedoch ein schlechter Scherz. Diese Einnahmen zahlen die österreichischen Steuerzahler, nicht die Großkonzerne, die in Sachen Steuervermeidung auch weiterhin agieren können, wie sie wollen. Das Paket ist also wieder einmal ein reiner PR-Gag.“