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JETZT-Sozialsprecherin Daniela Holzinger unterstützt die heute von der Caritas präsentierten Forderungen im Behindertenbereich: „Menschen mit Behinderung konnten heute ihre Forderungen im Parlament präsentieren und das ist wichtig, denn sie wissen, ganz nach dem Motto ‚nichts über uns ohne uns‘ am besten, welche Maßnahmen es braucht, um einer barrierefreien und inklusiven Gesellschaft näher zu kommen. Das sollte sich auch die Bundesregierung zu Herzen nehmen. Der Nationale Aktionsplan Behinderung muss unter maßgeblicher Einbeziehung der InteressensvertreterInnen verlängert werden, aber viel wichtiger ist, dass die darin enthaltenen Punkte auch zur Umsetzung kommen und es nicht bei schön formulierten und gut gemeinten Bekenntnissen am Papier bleibt.“

JETZT-Abgeordnete unterstützen Forderungen der Caritas im Behindertenbereich

Holzinger hat auch schon eigene Initiativen über Anträge gesetzt, die in die selbe Stoßrichtung gehen: „Es darf nicht weiterhin vom Bundesland abhängen, welche Betreuung und welche Förderung Menschen mit Behinderung erhalten. Deshalb fordere ich auch bundesweit einheitliche Regelungen für Persönliche Assistenz für die Arbeit und für die Lebensbereiche außerhalb der Arbeit – also in einem ganzheitlichen Sinn. Mein Antrag dazu liegt im Nationalrat vor und ich hoffe auf Unterstützung aller Fraktionen. Hier wird sich zeigen, wie ernst es die Bundesregierung mit der Behindertenpolitik nimmt. Ebenfalls habe ich Anträge zur Unterstützung am Arbeitsmarkt eingebracht, die einerseits für einen verbesserten Zugang am Arbeitsmarkt sorgen sollen und andererseits eine verbesserte aktive Beschäftigungsförderung von Menschen mit Behinderung vorsehen und sich somit mit den Forderungen der Caritas decken.“

JETZT-Bildungssprecherin Stephanie Cox unterstützt die Forderung nach mehr inklusiven Schulen: „Unser Schulsystem schottet systematisch Kinder mit Behinderungen und besonderen Bedürfnissen in Sonderschulen ab. Mit einem Sonderschulzeugnis haben die Menschen kaum Chancen auf einen erfüllenden Beruf. Die volle gesellschaftliche Teilhabe – wie sie in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist, die auch Österreich ratifiziert hat – wird ihnen verwehrt. Deshalb unterstützen wir die Forderung der Caritas nach schulischer Inklusion. Inklusiver Unterricht funktioniert wie viele Best-Practice-Beispiele aus Österreich zeigen und ist vorteilhaft für alle Kinder, sowohl für Kinder mit Behinderungen als auch für Kinder ohne Behinderungen. Setzen wir daher den inklusiven Unterricht endlich auch in Österreich um.“

“Die neuesten Anlassfälle zeigen, wie wichtig es wäre, endlich konkrete Maßnahmen gegen Gewalt in der Schule umzusetzen“, sagt Stephanie Cox, Bildungssprecherin des Parlamentsklubs JETZT. Den von Minister Faßmann geplanten Time-out-Klassen kann sie nur wenig abgewinnen, da diese zu einer langfristigen Isolierung der auffälligen Jugendlichen führen kann. Man sollte laut Cox von Anfang an einplanen, dass diese cooling-off-Phase nur kurzfristig stattfindet. „Eine temporäre Auszeit mit Einzelbetreuung kann sehr sinnvoll sein. Aber es braucht für Eindämmung von Gewalt an der Schule einen ganzheitlichen Ansatz, in welchem alle Beteiligten, also auch die KlassenkollegInnen und die LehrerInnen, miteinbezogen werden.“

JETZT fordert temporäre Auszeit statt eigene Time-Out-Klassen

Cox sieht aufgrund des Ressourcenmangels im Schulsystem die Gefahr, dass etwa die bereits bestehenden basalen Förderklassen in Wien zu Time-Out-Klassen umstrukturiert werden. „Das sind allerdings zwei paar Schuhe. Diese Förderklassen sind Kleingruppen für Kinder, welche sozial-emotionale Entwicklungsprobleme haben und dort ein bis drei Jahre, meist an einem externen Schulstandort, intensiv begleitet werden.“ Cox fordert Verbesserungen am Schulstandort und mehr Autonomie. „Es braucht mehr Unterstützungspersonal in den Schulen wie SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen und auch einen Ethikunterricht, den alle Kinder besuchen, in welchem die Konfliktlösungskompetenz verbessert und ein respektvoller Umgang miteinander geübt wird.“

JETZT bringt parlamentarische Anfrage an Minister Faßmann ein

Im heutigen Morgenjournal wurde über das Prestige-Projekt von FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek in Form einer neuen Bundesheer-Schule in Wiener Neustadt berichtet. Stephanie Cox, die Bildungssprecherin von JETZT, reagiert darauf empört: „Es wird an allen Ecken und Enden gespart und dann werden plötzlich 30 Millionen Euro in ein neues, aufgeblähtes Schulgebäude investiert, das laut Schülerprognosezahlen und Schulentwicklungsprogramm nicht gebaut werden dürfte. Auch das Bildungsministerium ist hier beteiligt, immerhin zahlt es die Personalkosten. Ich frage mich, wo das Geld für andere wichtige Baustellen im Bildungssystem bleibt? Wir brauchen etwa dringend mehr Unterstützungspersonal und Geld für die Digitalisierung an den Schulen.“ Cox wird in einer parlamentarische Anfrage an Minister Faßmann Details zur Finanzierung der Schule erfragen.

Mit ihrer Kritik bleibt Cox nicht alleine. Sogar das Finanzministerium hat große Bedenken bezüglich des Projektes. Gemäß Haushaltsrecht kann der Verteidigungsminister nicht ohne Einvernehmen mit dem BMF über das notwendige Geld verfügen, ansonsten würde es zu Budgetkürzungen im Verteidigungsministerium kommen. Der Koalitionszwist scheint auch hier angekommen zu sein.

Cox fragt sich darüber hinaus: „Wenn für ein Prestige-Projekt des Herrn Minister Kunasek schnell einmal 30 Millionen Euro locker gemacht werden, frage ich mich, wie ernst die Klagen über die Finanzknappheit im Verteidigungsministerium zu nehmen sind. Ranghöchste Militärs beklagen, das Heer sei leer geräumt und bald nicht mehr einsatzfähig. Das passt alles nicht zusammen.“

Wie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF bestätigt, öffnet sich ein weiteres Kapitel im ewigen Kampf um eine Erhöhung der Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit. „Bereits jetzt werden die furchtbaren Auswirkungen der mangelnden „Hilfe vor Ort“ sichtbar. Die Regierung und insbesondere Bundeskanzler Kurz (ÖVP) haben immer wieder versprochen, diese aufzustocken, nur leider ist nichts passiert“, kritisiert die außenpolitische Sprecherin von JETZT, Alma Zadic, und weiter: „Dass 175 Millionen Kinder keinen oder nicht ausreichenden Zugang zu frühkindlicher Bildung haben, ist eine bildungspolitische Katastrophe“. Weiters verweist Zadic darauf, dass im letzten Jahr für 60.000 syrische Kinder das komplette Schulprogramm in Jordanien gestrichen wurde.

175 Millionen Kinder ohne Vorschulbildung – JETZT vermisst lang versprochene Hilfe vor Ort

„Das Recht der Bildung ist ein Menschenrecht gemäß Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Das Recht auf Bildung fördert auch die Umsetzung anderer Menschenrechte. Es darf nicht sein, dass im Jahr 2019 Kinder keinen Zugang zu einer Schule haben. Jedes Kind muss ein Recht auf gute Bildung haben“, verstärkt Stephanie Cox, Bildungssprecherin von JETZT, die Forderung nach einer Erhöhung der Hilfe vor Ort.

Aktuell beteiligt sich Österreich mit 15 Millionen Euro jährlich am Auslandskatastrophenfonds (AKF), was bereits im Vorfeld der Budgetverhandlungen zu großem Widerstand bei diversen NGOs geführt hat. „Lange wurde eine Aufstockung der Hilfe vor Ort versprochen, nun müssen ganze Schulprogramme für in Jordanien lebende syrische Kinder eingestellt werden, wodurch vielen Kindern der Weg in die Schule und eine bessere Zukunft versperrt wird“, so Zadic und Cox abschließend. Gemeinsam fordern Cox und Zadic eine sofortige Aufstockung der Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Bildung, um den Forderungen der SDGs – den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung – bis 2030 auch gerecht zu werden.

Wien (OTS) – Nach der Empfehlung von Bildungsminister Faßmann an die Schulen, nicht mehr mit TeenStar zusammenzuarbeiten, hat der umstrittene Sexualpädagogik-Verein heute zu einer Pressekonferenz gerufen. TeenSTAR ließ wissen, dass man sich als „Bauernopfer“ fühle. Der Verein spricht von Falschmeldungen in der medialen Darstellung.

JETZT: Faßmann wurde erst auf gemeinsamen Druck von Opposition, Zivilgesellschaft und Medien hin aktiv

Das lässt Stephanie Cox, die Bildungs- und Gleichbehandlungssprecherin von JETZT, so nicht stehen: „Für mich ist klar, TeenSTAR wurde ganz und gar nicht falsch verstanden. Das machen sie mit ihrer fragwürdigen Aussage von heute deutlich. Ihr Statement ‚Jedes Jahr, in dem kein Sex stattfindet, ist ein gewonnenes Jahr für die seelische Entwicklung‘ bedarf eigentlich keiner Interpretation mehr.”

Cox stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum es so lange gedauert hat, TeenSTAR die rote Karte zu zeigen: “Selbst interne Stellen im Ministerium haben die Inhalte des Vereins als untragbar eingestuft und trotzdem ist lange nichts geschehen. Währenddessen wird auf der Katholischen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems im Studienjahr 2018/2019 ein TeenSTAR Ausbildungsseminar angeboten.“ Bildungssprecherin Cox fragt sich daher: „Wer gibt in dieser Sache eigentlich den Ton an?“

Cox hält fest: „Für uns gilt es daher, weiter dran und wachsam zu bleiben, denn immerhin hat Minister Faßmann einiges versprochen – wie zum Beispiel die Einrichtung von Clearingstellen, was im Übrigen erst durch eine parlamentarische Anfragebeantwortung von JETZT bekannt geworden ist.“ Eine weitere Anfragebeantwortung dazu ist noch ausständig, um die Kriterien sowie die Kompetenzen der Clearingstellen zu klären. Ähnlich ist es mit dem von Minister Faßmann angekündigten Akkreditierungsverfahren für sexualpädagogische Vereine: Ein solches soll erst 2020/21 kommen. „Hier gilt es ebenso, genau auf die Kriterien zu achten, denn ansonsten könnte so ein Verfahren auch in die falsche Richtung gehen“, sagt Cox.

Die Bildungssprecherin der Liste JETZT, Stephanie Cox, kritisiert: „Die nächsten Testungen gibt es laut Plan des Ministeriums erst wieder ab dem Schuljahr 2021/22, also in etwa zwei Jahren. Die nächsten Ergebnisse sind damit erst 2022 zu erwarten. Aber was passiert bis dahin? Will sich die Regierung damit der Evaluation der eigenen Maßnahmen entziehen? Ist das im Sinne eines Qualitätsmanagements?“

Die Regierung hat die Bildungsstandard-Überprüfungen abgeschafft. Diese finden heute zum letzten Mal statt. Geprüft werden heute die Kompetenzen in Englisch in der 8. Schulstufe

Cox führt weiter aus: „Diese Evaluationen im Bildungsbereich sind essentiell. Zum einen, um individuelle Fortschritte der SchülerInnen erkennen zu können und zum anderen, um auch auf Systementwicklungen reagieren zu können. Dazu bedarf es auch einer unabhängigen Evaluation, die bislang vom BIFIE durchgeführt wurde. Dieses wird nun zu einer nachgeordneten Dienststelle im Bildungsministerium. So viel zur Unabhängigkeit.“

In Bezug auf die Einführung der neuen iKPM-Testungen gibt Cox zu bedenken: „Auch wenn Faßmann meint, dass diese Testungen in der Volksschule nicht als ‚Eignungstests‘ für die AHS herangezogen werden, so lässt sich dies schwer ausschließen. Klar ist jedenfalls, dass hier eine punktuelle Leistung abgefragt wird. Wie will Faßmann hier den Druck von den Volksschulkindern und deren Eltern nehmen, bei dieser Testung gut performen zu müssen?“

„Die Unterlagen des umstrittenen Sexualpädagogik-Vereins TeenSTAR liegen dem Ministerium bereits seit August vor. Was darin steht, widerspricht gänzlich dem Grundsatzerlass ‚Sexualpädagogik‘ sowie dem Grundsatzerlass zur ‚Reflexiven Geschlechterpädagogik und Gleichstellung‘. Wie kann das Ministerium solche Unterlagen weiter zulassen?“, fragt Stephanie Cox, Bildungs- und Gleichbehandlungssprecherin der Liste JETZT.

Minister Faßmann hat im ZiB-2-Interview am 3. März 2019 von einem „No-Go“ und von „entsprechenden Konsequenzen“ gesprochen, wenn es um homo- oder transfeindliche Inhalte geht. „Die Tatsachen liegen auf dem Tisch, fragt sich nur, welche Kräfte und Personen im Ministerium agieren, damit diese weiter vertuscht werden?“, so Cox und kritisiert: „Wir bleiben auf jeden Fall dran, weiterhin Missstände aufzuzeigen. Denn wir können es einfach nicht verantworten, dass eine religiös motivierte Sexualpädagogik gänzlich gegen wissenschaftliche Erkenntnisse der Sexualwissenschaft arbeitet. Die Auswirkungen sind real und enorm, etwa was die psychosoziale Gesundheit der Jugendlichen angeht. Hier darf man einfach keine Kompromisse eingehen. Der Erlass von Minister Faßmann geht auf diese Probleme nicht ein.“

„Wenn sich der Verdacht bestätigt und die umstrittene AHS-Lehrerin in Wien tatsächlich Kinder erniedrigt, beleidigt und psychisch unter Druck gesetzt hat, dann muss dafür gesorgt werden, dass sie nie wieder im Klassenzimmer steht“, fordert Stephanie Cox, Bildungssprecherin von JETZT. Sie verweist darauf, dass dies kein Einzelfall ist. Laut der Bildungsdirektion Wien gibt es bei 26.000 LehrerInnen in Wien jährlich ein Dutzend Fälle in denen LehrerInnen systematische Erniedrigungen vorgeworfen werden.

Es stellt sich die Frage, was die Ursachen für dieses Fehlverhalten einzelner LehrerInnen sind: „Es braucht Veränderungen im System. Es gibt LehrerInnen, die sich mit ihrer Arbeit und ihren Herausforderungen im Klassenzimmer alleine gelassen fühlen. Sie stehen oft als EinzelkämpferInnen im Klassenzimmer.“ Cox fordert daher, dass es für LehrerInnen die Möglichkeit geben soll, Supervision in Anspruch zu nehmen: „In anderen Berufen, in denen man intensiv mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet, ist das eine Selbstverständlichkeit. Warum also nicht auch für LehrerInnen Supervision einführen?“

Die Liste JETZT fordert generell ein “deutlich schnelleres Handeln bei Mobbing-Vorwürfen” – egal ob von Schülern oder Lehrern. “Es braucht an jeder Schule mindestens eine Ansprechperson für Betroffene von Mobbing”, fordert die Bildungssprecherin von JETZT, Stephanie Cox. “Das kann beispielsweise ein speziell geschulter Vertrauenslehrer, ein Schulsozialarbeiter oder eine Schulpsychologin sein.” Nach Kontaktaufnahme mit der Bildungsdirektion müssten dann schnell konkrete Maßnahmen folgen.

JETZT verlangt deutlich schnelleres Handeln

Als weiteres Problem sieht Cox die fehlende Autonomie der Schule bei der Lehrer-Auswahl. “Nur die Behörde kann ungeeignete Lehrerinnen und Lehrer kündigen und das geschieht nur in den seltensten Fällen. Dafür muss meist etwas Gravierendes passieren.” Direktoren sollten daher selbst die Möglichkeit bekommen, Lehrkräfte bei Verletzung ihrer pädagogischen Pflichten oder Verweigerung von Fortbildung loszuwerden. Dazu brauche es außerdem Umschulungsmaßnahmen für nicht mehr motivierte Lehrer sowie umgekehrt mehr Möglichkeiten zur Beschäftigung von Quereinsteigern.

Im heutigen ExpertInnen-Hearing im Unterrichtsausschuss herrschte Einigkeit darüber, dass ein Kopftuchverbot für Volksschülerinnen eine von vielen sinnvollen Maßnahmen sein kann. Allerdings ist man sich nicht einig, wie man diese Maßnahme umsetzen soll und ob das als Einzelmaßnahme Sinn macht. „Es muss eine breite Diskussion zur Rolle von Religion und religiösen Symbolen in der Schule geführt werden. Das große gemeinsame Ziel muss es sein, die Schule zu einem religionsfreien Raum zu machen, erst dann können die Einzelschritte festlegt werden“, so Stephanie Cox, Bildungssprecherin des Parlamentsklubs JETZT. „Vor einigen Monaten haben wir über das Kopftuchverbot in Kindergärten diskutiert, heute über jenes in Volksschulen und morgen diskutieren wir dann über das Kopftuchverbot bei Lehrerinnen. Das Thema wird von der Regierung medial am Köcheln gehalten, um von ihrer unsozialen Politik abzulenken, wie beispielsweise die Kürzung der Mindestsicherung.“

Stephanie Cox plädiert für ernstgemeinte Diskussionen über die Rolle von Religion im öffentlichen Raum, über Integration und über die Bekämpfung fundamentalistischer Weltanschauungen.

„Wer keine Gelder mehr im Bundesfinanzgesetz 2019 für Integrationsmaßnahmen im Bereich der Bildung vorsieht, gießt Öl ins Feuer der gesellschaftlichen Spaltung. Nur wenn auch geflüchtete Kinder, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, am Schulunterricht teilhaben können, haben sie eine Zukunftsperspektive. Ohne Bildung und ohne diesen Kindern Deutsch zu lehren, fördern wir eine Parallelgesellschaft, die nie Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen wird.

Komplette Kürzung für Bildung von geflüchteten Kindern ist ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben

Parallel zu den Kürzungen in der Mindestsicherung bereitet die Regierung den Nährboden für Armut und Kriminalität. Sie ist sich entweder ihrer Verantwortung nicht bewusst oder betreibt mit Absicht ein böses Spiel, weil sich die Auswirkungen dieser kurzsichtigen Politik erst in Jahren zeigen werden und das macht sie umso gefährlicher“, mahnt Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT.

„Der morgige Weltklimastreik muss der dringende Anlass für Österreichs Regierung sein, endlich einschneidende Maßnahmen auf den Weg zu bringen und nicht immer nur mit salbungsvollen Worten scheinbar zu agieren“, fordert der Klubobmann von JETZT, Wolfgang Zinggl.

Regierung muss klotzen statt kleckern

„Österreich hätte mit der EU-Ratspräsidentschaft die einmalige Möglichkeit gehabt, einen außerordentlichen Klimagipfel einzuberufen. Diese Chance wurde vertan. Die Prioritäten von Schwarz-Blau scheinen nur die Sicherungshaft, Ausreisezentren und Kürzungen der sozialen Auffangnetze zu sein.“ In 40 Ländern, auf allen Kontinenten dieser Welt, wurde für kommenden Freitag zu Schulstreiks und Demonstrationen aufgerufen. „Die Kinder und Jugendlichen wissen, was auf dem Spiel steht, aber Österreichs Regierung fürchtet sich mehr vor Flüchtlingen als vor der Erderhitzung und der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen“, kritisiert Zinggl.

„Der Nationale Energie- und Klimaplan Österreichs ist ein Armutszeugnis: Noch immer setzt Schwarz-Blau auf Steuervorteile bei fossilen Energien, schränkt beim Standortentwicklungsgesetz die Umweltprüfungen ein und agiert geradezu fahrlässig bei der fehlenden Umsetzung einer ökosozialen Steuerreform mit einer aufkommensneutralen CO2-Steuer“, kritisiert Zinggl und appelliert abermals: „Die Zeit rennt uns davon und wir können es uns nicht mehr leisten, weiterzumachen wie bisher!“

„Die Deutschförderklassen ein Erfolg, tatsächlich?“, fragt sich Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste JETZT. „Die Zahlen zeichnen ein anderes Bild. Wie kann man die Rückführung von 16 Prozent der Schüler*innen in die Regelklasse als Erfolg verzeichnen, wenn diese auf Basis einer subjektiven Entscheidung getroffen wurde, ohne dass ein Sprachstandstest erfolgt ist? Wie unterschiedlich diese subjektiven Entscheidungen ausgefallen sind, ist auch anhand der stark variierenden Prozentsätze der Bundesländer, die zwischen drei und 33 Prozent liegen, zu erkennen.“

Zusätzlich macht Cox darauf aufmerksam, dass sich zahlreiche Expertinnen bereits sehr kritisch vor der Einführung der Deutschförderklassen geäußert haben. Studien aus Deutschland bestätigten diese Kritik: „In Deutschland haben die segregierten Deutschklassen nicht den versprochenen Erfolg gebracht und, um wieder nach Österreich zurück zu kommen, in Summe wurden unseren Schülerinnen nun Deutschförderstunden gestrichen – sieht so ein Erfolg aus? Sollte es nicht vielmehr darum gehen, den Schüler*innen Möglichkeiten zum Spracherwerb und damit zur besseren Integration wie auch zu faireren Chancen am Arbeitsmarkt zu bieten?“

Cox hat dazu auch eine parlamentarische Anfrage geplant, denn sie kritisiert weiters: „Den Direktor*innen werden die Deutschförderklassen ebenso aufs Auge gedrückt wie den Eltern, die damit bei der Schuleinschreibung verunsichert werden, weil die Deutschkenntnisse ihrer Kinder möglicherweise als ungenügend oder mangelhaft bewertet werden. Die Regierung zeigt damit deutlich, welchen Kurs sie in Sachen Integration fährt – nämlich den der Segregation.“

„Es darf kein Entweder-oder geben: Der Ethik-Unterricht ist für alle SchülerInnen essentiell – auch für jene, die bereits einen Religionsunterricht besuchen“, meint Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste JETZT, und weiter: „Wenn der Ethik-Unterricht der Regierung tatsächlich ein Anliegen ist, dann muss dieses Anliegen alle SchülerInnen betreffen und nicht nur die von Faßmann genannten ‚Kaffeehaus-Besucher‘.“

JETZT plant parlamentarische Anfrage zu Inhalten des konfessionellen Religionsunterrichts

Die Bildungssprecherin stellt sich hierzu die Frage: „Wie kann Minister Faßmann sicherstellen, dass der konfessionelle Religionsunterricht ebenso die Lehrplaninhalte des Ethikunterrichts übernimmt und etwa für Gewaltprävention sensibilisiert?“ Cox plant deshalb auch eine parlamentarische Anfrage zu den Inhalten des konfessionellen Religionsunterrichts. „Wenn diese SchülerInnen weiterhin keinen Ethik-Unterricht besuchen, dann ist es umso wichtiger, sicherzustellen, dass auch im Religionsunterricht für Gewaltprävention sensibilisiert wird. Denn gerade hier scheint es Handlungsbedarf zu geben“, sagt Cox.

„Die versprochenen Clearingstellen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten, da wir noch nicht wissen, inwiefern diese Clearingstellen unabhängig agieren werden bzw. wie diese besetzt werden. Dazu haben wir bereits eine weitere parlamentarische Anfrage an das Ministerium gerichtet“, erklärt die Bildungssprecherin von JETZT, Stephanie Cox, zur Ankündigung von Bildungsminister Faßmann, Clearingstellen einzurichten, welche in Zukunft die Schulen bei der Auswahl der Anbieter von Sexualkundeworkshops unterstützen. Auch den von Faßmann angekündigten Erlass sieht Cox kritisch: „Dieser Erlass greift insofern zu kurz, als dass die Verantwortung bezüglich der Vereine an Schulen komplett auf Lehrkräfte und die Direktion abgewälzt wird.“

„Ich rufe die anderen Bildungsdirektionen dazu auf, es Salzburg und Vorarlberg gleich zu tun und TeenSTAR aus den Klassenräumen zu verbannen. Wenn das Bildungsministerium handlungsunfähig ist, muss eben dieser Weg begangen werden“, findet Cox.

„Wenn Minister Faßmann glaubt, dass durch die heute veröffentlichten Zahlen alle Zweifel an den Deutschförderklassen weggewischt wären, dann liegt er falsch. Wir haben von Anfang an diese segregierende Deutschförderung abgelehnt, weil die Kinder dadurch stigmatisiert und ausgeschlossen werden“, kritisiert Stephanie Cox, Bildungssprecherin von JETZT, und fordert: „Es wäre wichtig, auch darauf zu achten, wie es den Kindern in den Deutschförderklassen und vor allem bei der Rückkehr in ihre Stammklassen geht.“

„Es ist erfreulich, dass nach einem Semester 15 Prozent der Kinder in ihre Stammklasse gegangen sind. Das bedeutet aber auch, dass 85 Prozent mindestens ein Jahr in ihrer Schullaufbahn verlieren, weil sie dann ab dem nächsten Jahr wieder eine andere Stammklasse haben. Viele der Kinder werden sogar zwei Schuljahre verlieren und dann als 8-jährige in die erste Klasse gehen. Ich bin gespannt, welche Folgen das für die Integration der Kinder in den Klassenverband hat“, sagt Cox und fordert, dass man nicht nur die Zahlen betrachtet, sondern dass es auch eine Evaluation zur sozialen Integration der Kinder gibt.