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„Die Deutschförderklassen ein Erfolg, tatsächlich?“, fragt sich Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste JETZT. „Die Zahlen zeichnen ein anderes Bild. Wie kann man die Rückführung von 16 Prozent der Schüler*innen in die Regelklasse als Erfolg verzeichnen, wenn diese auf Basis einer subjektiven Entscheidung getroffen wurde, ohne dass ein Sprachstandstest erfolgt ist? Wie unterschiedlich diese subjektiven Entscheidungen ausgefallen sind, ist auch anhand der stark variierenden Prozentsätze der Bundesländer, die zwischen drei und 33 Prozent liegen, zu erkennen.“

Zusätzlich macht Cox darauf aufmerksam, dass sich zahlreiche Expertinnen bereits sehr kritisch vor der Einführung der Deutschförderklassen geäußert haben. Studien aus Deutschland bestätigten diese Kritik: „In Deutschland haben die segregierten Deutschklassen nicht den versprochenen Erfolg gebracht und, um wieder nach Österreich zurück zu kommen, in Summe wurden unseren Schülerinnen nun Deutschförderstunden gestrichen – sieht so ein Erfolg aus? Sollte es nicht vielmehr darum gehen, den Schüler*innen Möglichkeiten zum Spracherwerb und damit zur besseren Integration wie auch zu faireren Chancen am Arbeitsmarkt zu bieten?“

Cox hat dazu auch eine parlamentarische Anfrage geplant, denn sie kritisiert weiters: „Den Direktor*innen werden die Deutschförderklassen ebenso aufs Auge gedrückt wie den Eltern, die damit bei der Schuleinschreibung verunsichert werden, weil die Deutschkenntnisse ihrer Kinder möglicherweise als ungenügend oder mangelhaft bewertet werden. Die Regierung zeigt damit deutlich, welchen Kurs sie in Sachen Integration fährt – nämlich den der Segregation.“

„Wir brauchen endlich ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zur Bildungsgerechtigkeit für Kinder mit Behinderungen“, fordert Stephanie Cox, Bildungssprecherin des Parlamentsklubs JETZT anlässlich des heute veröffentlichten Berichts des Rechnungshofes zum inklusiven Unterricht. „Diese Kinder haben ebenso das Recht, in dieselbe Schule zu gehen wie jedes andere Kind auch. Sondersysteme zu schaffen und zu unterstützen ist der falsche Weg. Dadurch wird nämlich der Grundstein für eine gesellschaftliche Ausgrenzung und für berufliche Chancenlosigkeit gelegt.“

Regierung muss Empfehlungen des Rechnungshofes zu schulischer Inklusion umsetzen

Cox fordert von der Bundesregierung eine Strategie zur schulischen Inklusion auf allen Ebenen: „Es ist mir bewusst, dass die Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems komplex und nur Schritt für Schritt möglich ist. Die Bundesregierung muss sich allerdings endlich zum Ziel der schulischen Inklusion bekennen. Sich einerseits zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention, wo Inklusion ein zentraler Bestandteil ist, zu bekennen und andererseits das Sonderschulwesen auszubauen, ist ein Widerspruch.“ Cox verweist auf die vielen best-practice-Beispiele aus Österreich und aus anderen Ländern: „Inklusiver Unterricht funktioniert und ist vorteilhaft für alle Kinder, sowohl für Kinder mit Behinderungen als auch für Kinder ohne Behinderungen. Setzen wir daher den inklusiven Unterricht endlich auch in Österreich um.“