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Die Bildungssprecherin der Liste JETZT, Stephanie Cox, kritisiert: „Die nächsten Testungen gibt es laut Plan des Ministeriums erst wieder ab dem Schuljahr 2021/22, also in etwa zwei Jahren. Die nächsten Ergebnisse sind damit erst 2022 zu erwarten. Aber was passiert bis dahin? Will sich die Regierung damit der Evaluation der eigenen Maßnahmen entziehen? Ist das im Sinne eines Qualitätsmanagements?“

Die Regierung hat die Bildungsstandard-Überprüfungen abgeschafft. Diese finden heute zum letzten Mal statt. Geprüft werden heute die Kompetenzen in Englisch in der 8. Schulstufe

Cox führt weiter aus: „Diese Evaluationen im Bildungsbereich sind essentiell. Zum einen, um individuelle Fortschritte der SchülerInnen erkennen zu können und zum anderen, um auch auf Systementwicklungen reagieren zu können. Dazu bedarf es auch einer unabhängigen Evaluation, die bislang vom BIFIE durchgeführt wurde. Dieses wird nun zu einer nachgeordneten Dienststelle im Bildungsministerium. So viel zur Unabhängigkeit.“

In Bezug auf die Einführung der neuen iKPM-Testungen gibt Cox zu bedenken: „Auch wenn Faßmann meint, dass diese Testungen in der Volksschule nicht als ‚Eignungstests‘ für die AHS herangezogen werden, so lässt sich dies schwer ausschließen. Klar ist jedenfalls, dass hier eine punktuelle Leistung abgefragt wird. Wie will Faßmann hier den Druck von den Volksschulkindern und deren Eltern nehmen, bei dieser Testung gut performen zu müssen?“

Stephanie Cox, Bildungs- und Gleichbehandlungssprecherin von JETZT, kritisierte bereits in den letzten Wochen, dass der Verein TeenSTAR noch immer sein Unwesen an Österreichs Schulen treibt.
„Endlich wurde von Seiten des Bildungsministeriums reagiert und der Verein, welcher mit religiös motivierter Sexualpädagogik gänzlich gegen wissenschaftliche Erkenntnisse der Sexualwissenschaft arbeitet und Homophobie in Schulen verbreitet, verboten. Die Auswirkungen sind real und enorm, etwa was die psychosoziale Gesundheit der Jugendlichen angeht. Die Qualität der Sexualaufklärung unserer Kinder darf nicht von rückständigen Vereinen beeinflusst werden”, sagt Cox. Zudem gibt Cox zu bedenken: „Sexualkunde ist enorm wichtig für Jugendliche. Hier müssen professionelle und seriöse AnbieterInnen von qualitativ hochwertiger Sexualpädagogik zum Zug kommen, dabei sind alle Beteiligten gefordert.“

„Die Deutschförderklassen ein Erfolg, tatsächlich?“, fragt sich Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste JETZT. „Die Zahlen zeichnen ein anderes Bild. Wie kann man die Rückführung von 16 Prozent der Schüler*innen in die Regelklasse als Erfolg verzeichnen, wenn diese auf Basis einer subjektiven Entscheidung getroffen wurde, ohne dass ein Sprachstandstest erfolgt ist? Wie unterschiedlich diese subjektiven Entscheidungen ausgefallen sind, ist auch anhand der stark variierenden Prozentsätze der Bundesländer, die zwischen drei und 33 Prozent liegen, zu erkennen.“

Zusätzlich macht Cox darauf aufmerksam, dass sich zahlreiche Expertinnen bereits sehr kritisch vor der Einführung der Deutschförderklassen geäußert haben. Studien aus Deutschland bestätigten diese Kritik: „In Deutschland haben die segregierten Deutschklassen nicht den versprochenen Erfolg gebracht und, um wieder nach Österreich zurück zu kommen, in Summe wurden unseren Schülerinnen nun Deutschförderstunden gestrichen – sieht so ein Erfolg aus? Sollte es nicht vielmehr darum gehen, den Schüler*innen Möglichkeiten zum Spracherwerb und damit zur besseren Integration wie auch zu faireren Chancen am Arbeitsmarkt zu bieten?“

Cox hat dazu auch eine parlamentarische Anfrage geplant, denn sie kritisiert weiters: „Den Direktor*innen werden die Deutschförderklassen ebenso aufs Auge gedrückt wie den Eltern, die damit bei der Schuleinschreibung verunsichert werden, weil die Deutschkenntnisse ihrer Kinder möglicherweise als ungenügend oder mangelhaft bewertet werden. Die Regierung zeigt damit deutlich, welchen Kurs sie in Sachen Integration fährt – nämlich den der Segregation.“

„Es darf kein Entweder-oder geben: Der Ethik-Unterricht ist für alle SchülerInnen essentiell – auch für jene, die bereits einen Religionsunterricht besuchen“, meint Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste JETZT, und weiter: „Wenn der Ethik-Unterricht der Regierung tatsächlich ein Anliegen ist, dann muss dieses Anliegen alle SchülerInnen betreffen und nicht nur die von Faßmann genannten ‚Kaffeehaus-Besucher‘.“

JETZT plant parlamentarische Anfrage zu Inhalten des konfessionellen Religionsunterrichts

Die Bildungssprecherin stellt sich hierzu die Frage: „Wie kann Minister Faßmann sicherstellen, dass der konfessionelle Religionsunterricht ebenso die Lehrplaninhalte des Ethikunterrichts übernimmt und etwa für Gewaltprävention sensibilisiert?“ Cox plant deshalb auch eine parlamentarische Anfrage zu den Inhalten des konfessionellen Religionsunterrichts. „Wenn diese SchülerInnen weiterhin keinen Ethik-Unterricht besuchen, dann ist es umso wichtiger, sicherzustellen, dass auch im Religionsunterricht für Gewaltprävention sensibilisiert wird. Denn gerade hier scheint es Handlungsbedarf zu geben“, sagt Cox.

„Wenn Minister Faßmann glaubt, dass durch die heute veröffentlichten Zahlen alle Zweifel an den Deutschförderklassen weggewischt wären, dann liegt er falsch. Wir haben von Anfang an diese segregierende Deutschförderung abgelehnt, weil die Kinder dadurch stigmatisiert und ausgeschlossen werden“, kritisiert Stephanie Cox, Bildungssprecherin von JETZT, und fordert: „Es wäre wichtig, auch darauf zu achten, wie es den Kindern in den Deutschförderklassen und vor allem bei der Rückkehr in ihre Stammklassen geht.“

„Es ist erfreulich, dass nach einem Semester 15 Prozent der Kinder in ihre Stammklasse gegangen sind. Das bedeutet aber auch, dass 85 Prozent mindestens ein Jahr in ihrer Schullaufbahn verlieren, weil sie dann ab dem nächsten Jahr wieder eine andere Stammklasse haben. Viele der Kinder werden sogar zwei Schuljahre verlieren und dann als 8-jährige in die erste Klasse gehen. Ich bin gespannt, welche Folgen das für die Integration der Kinder in den Klassenverband hat“, sagt Cox und fordert, dass man nicht nur die Zahlen betrachtet, sondern dass es auch eine Evaluation zur sozialen Integration der Kinder gibt.

Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste Pilz, hält die von Minister Faßmann angekündigten Maßnahmen für einen Ausdruck ideologischer Grabenkämpfe. „Wir brauchen eine Bildungspolitik für Kinder, Eltern und LehrerInnen. Aufgrund parteipolitischer Kämpfe alle paar Jahre die Maßnahmen von VorgängerInnen zurückzunehmen, ist für alle Betroffenen eine große Belastung“, meint Cox.

Als „großen Rückschritt“ sieht Cox die verpflichtende Wiedereinführung der Ziffernnoten in der Volksschule. „Erst im Schuljahr 2016/17 wurde der Schulversuch gestartet, Eltern, Kinder und LehrerInnen in den ersten drei Volksschuljahren selbst über die Art der Benotung entscheiden zu lassen. Diesen Versuch wieder abzubrechen, ohne auf die Ergebnisse zu warten, halte ich für übereilt.“ Cox meint, dass sich das alternative Benotungssystem vor allem in Integrationsklassen, wo behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden, sehr bewährt habe. „Nicht nur aufgrund der Noten, sondern auch wegen der Wiedereinführung des Sitzenbleibens in der Volksschule, wird der Druck auf Eltern, Kinder und LehrerInnen nun wieder enorm steigen“, ist Cox überzeugt.

Zu den Maßnahmen im Bereich der Mittelschule sagt Cox: „Es ist nun endlich an der Zeit, dass wir die Ressourcen gerecht verteilen. Herr Faßmann, setzen sie endlich einen Chancenindex in Österreich um. Das wäre ein wichtiger Fortschritt für unser Bildungssystem.“ Mithilfe eines Sozial- bzw. Chancenindex kann man sicherstellen, dass Schulen mit besonderen Herausforderungen, wie beispielsweise viele Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache oder aus finanziell benachteiligten Familien, mehr Ressourcen bekommen und mehr Fördermaßnahmen setzen können.