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„Wer gestern Abend die Sendung ‘Dok 1’ zum Thema ‘Immun gegen Fakten – Die wundersame Welt der Impfgegner’ im ORF-Hauptabendprogramm gesehen hat, wird wohl mit dem Kopfschütteln nicht mehr fertig geworden sein“, erklärt Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT. Da behauptete der praktizierende steirische Hausarzt Klaus Bielau allen Ernstes, es gäbe gar keine Infektionen. An Krankheiten seien die Menschen selber schuld.

„Masern sind weiterhin brandgefährlich, wie man gerade jetzt wieder an jenem Kreuzfahrtschiff sieht, das wegen eines Masernausbruchs an Bord in der Karibik festsitzt. Ich danke daher der Ärztekammer und dem Ärztekammerpräsidenten Szekeres dafür, dass sie umgehend gehandelt haben und den Arzt aus der Sendung bei der Disziplinarbehörde angezeigt haben. In Zeiten, in denen aufgrund von Nichtimpfen ein Masernfall den nächsten jagt, ist es tatsächlich untragbar, wenn ein Mediziner die Bevölkerung medizinisch falsch informiert“, schloss sich Holzinger dem Urteil des Ärztekammerpräsidenten an.

Holzinger fordert zudem Gesundheitsministerin Hartinger-Klein auf, den gesellschaftlichen Dialog über die konkrete Ausgestaltung einer Impfpflicht endlich zu beginnen. „Das Schweigen der Ministerin ist nämlich auch brandgefährlich. Impfverweigerer sehen sich dadurch bestätigt“, kritisiert Holzinger.

„Beim Thema Impfen gibt es eine bürgerliche Verantwortung, dass sich jene, die sich impfen lassen können, dies auch tun, um die Schwächsten zu schützen. Und das sind nun mal Babys, Kleinkinder, kranke und ältere Menschen. Die eventuellen Nebenwirkungen einer Impfung stehen zu den Folgen einer Epidemie – wie es etwa bei Masern der Fall sein kann – in keinem Verhältnis“, führt Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT und Mitglied des Gesundheitsausschusses des Nationalrats, aus.

Den Ankündigungen der Ministerin müssen Taten folgen – Es gibt die Pflicht des Staates, die Schwächsten zu schützen

Eine Durchimpfungsrate von zumindest 95 Prozent muss das Ziel sein. „Ich glaube nicht, dass wir das mit einem verpflichtenden Impfgespräch im Rahmen des Mutter-Kind-Passes erreichen werden. Es muss die Pflicht des Staates sein, dort einzugreifen und die Gemeinschaft zu schützen, wo die individuelle Entscheidung zur Gefahr für alle werden kann“, präzisiert Holzinger. „Das ist rechtlich auch möglich. Die Gesundheitsministerin hat daher die Aufgabe, schnell und konsequent zu handeln. Durch reine Ankündigungspolitik wird kein einziges Leben geschützt“, kritisiert Holzinger. Sollte nicht schnellstens etwas in diese Richtung passieren, kündigt die Gesundheitssprecherin von JETZT einen entsprechenden Initiativantrag im Parlament an.

„Wir sollten alle alarmiert sein: Immer noch gibt es 48.000 2-5-jährige Kinder, denen die zweite Masernimpfung fehlt – und sogar eine halbe Million 15-30-Jährige, die nicht ausreichend gegen Masern geschützt sind. Aber: Wer seine Kinder – und sich selber – nicht vor Masern schützt, handelt grob fahrlässig“, meint Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT.

Wer seine Kinder nicht vor Masern schützt, handelt fahrlässig

Doch Gesundheitsministerin Hartinger-Klein handelt nicht. Im Gegenteil, sie hat sich wiederholt gegen eine Impfpflicht ausgesprochen: „Masern sind hochansteckend und eine gefährliche Krankheit, die besonders bei Kindern zu nachhaltigen Gesundheitsschäden führen kann. Es ist nicht einzusehen, warum hier nicht entschlossen gehandelt wird. Ich fordere daher die Gesundheitsministerin auf, die Impflicht im Mutter-Kind-Pass zu verankern, so wie die Volksanwaltschaft das schon seit langem vorschlägt. Besonders eine hohe Durchimpfungsrate bei Kleinkindern schützt uns alle vor einer Epidemie, hier darf es kein Wegschauen geben“, führt Holzinger aus.