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S.g. Damen und Herren.

Die Presse wird oft als die vierte Macht im Staat bezeichnet und ich stimme dem zu. In einer Demokratie tragen Sie als JournalistInnen eine immense Verantwortung auf Ihren Schultern. Und das ist nicht immer gerecht, denn vielfach sehen Sie diese wichtige Aufgabe, diese Schlüsselrolle der Vermittlung und kritischen Analyse in Ihren Arbeitsbedingungen und in Ihrer Bezahlung nicht abgebildet.

Immer mehr Auflagen, Klicks, Likes, Retweets und auch immer mehr Werbeeinnahmen sollen mit immer weniger Personal und immer weniger Zeit generiert werden. Die tiefgründige Recherche, die Hintergrundarbeit, das Prüfen von Fakten, das Hinterfragen bleibt dabei oft auf der Strecke – zumal Oberflächlichkeiten auch ganz einfach oft besser „funktionieren“. Das ist so. Das will der Markt. Und das ist nicht Ihre Schuld. Sie leiden darunter – denn in Wahrheit ruiniert es Ihren Beruf.

Und dann, dann wenn man einmal das fragwürdige Glück hat, von einem Politiker die Wahrheit zu hören, dann werden Sie auch noch beschimpft und herabgewürdigt. Etwa, wenn Heinz Christian Strache in einem vermeintlich unbeobachteten Moment auf Ibiza meint: „JournalistInnen, das wären die größten Huren!“

Dabei hat auch die FPÖ, der Strache 14 Jahre lang als Obmann vorstand, stets davon profitiert, dass für tiefgründige Recherche oft keine Zeit mehr bleibt und Medien vielfach auf Regierungs- und Parteiinserate angewiesen sind um das tägliche Geschäft zu stemmen.

Sind Sie deshalb „Huren“, so wie das der Ex-FPÖ Chef bezeichnete? Weil Sie sich Ihr Geld verdienen und NICHT wie Herr Strache und seine Frau aus öffentlichen Mitteln fürstlichste Gehälter beziehen – zusammen bis zu 50.000 Euro pro Monat?

So schnell wird sich das alles leider nicht ändern lassen. Ich bitte Sie aber nur um eines: Wenn heute die FPÖ ihr großangelegtes Tierschutz-Täuschungsmanöver im Parlament fährt, bitte – im Namen aller gequälten Geschöpfe in Österreichs Tierfabriken – bitte fallen Sie nicht darauf herein!

Treiben Sie die guten Menschen dieses Landes, jene die den Tieren helfen wollen, nicht in die Arme einer Partei die den Tierschutz genauso verarscht, wie sie das zumindest 14 Jahre lang mit Ihnen, den JournalistInnen gemacht hat.

Rufen Sie mich jederzeit gerne an – ich beantworte alle Ihre Fragen. Meine Nummer kennen Sie!

Hier die Kurzfassung:

Die FPÖ Anträge zu Tiertransporten, Kükentötung und Ferkelkastration sind inhaltlich schwach und unverbindlich. Sie stellen lediglich ein „Bitte an die Regierung“ dar im „Rahmen der EU“ tätig zu werden und „Lösungen“ vorzuschlagen. Die FPÖ will also eine Regierung bitten etwas zu tun, die keine zehn Wochen mehr im Amt ist – in dieser Zeit auf EU-Ebene etwas zu erreichen ist schlicht unmöglich. Zudem wird es keine Nationalratssitzung mehr geben, in der dann etwas beschlossen werden könnte – und zu guter Letzt VERFALLEN diese Anträge mit der Angelobung des neuen Nationalrates.

Der einzige Zweck dieser Anträge heute ist also, die Stimmen von TierfreundInnen für die FPÖ zu mobilisieren. Und von Ihnen geschätzte Journalistinnen erwartet sich die FPÖ, dass Sie diese vergiftete Lügenbotschaft ins Land tragen.

Ich bitte Sie inständig. Tun Sie das nicht.

Herzlichst

Ihre NRin Daniela Holzinger-Vogtenhuber
JETZT Liste Pilz – Tierschutzsprecherin