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„Die Anzeige des Rechnungshofs gegen ÖVP und SPÖ wegen unzulässiger oder zu spät gemeldeter Spenden sowie wegen Überziehung der Wahlkampfkosten ist richtig und wichtig“, meint der Klubobmann von JETZT, Wolfgang Zinggl.

Der Druck auf die drei großen Parteien darf nicht nachlassen, bis dem Rechnungshof volle Einsicht in alle Belege möglich ist. Immerhin garantiert das neue Parteiengesetz, dass die Obergrenze für Wahlkampfausgaben wohl nicht mehr überschritten wird. „Hätte es schon 2017 gegolten, müsste zum Beispiel die ÖVP jetzt neun Millionen Euro Strafe zahlen.“

Nach der Hausdurchsuchung in der Unternehmenszentrale von Michael Tojner stellt sich für JETZT-Klubobmann und Kultursprecher Wolfgang Zinggl einmal mehr die Frage: “Was muss noch alles passieren, damit die Stadt Wien den dubiosen Deal mit Michael Tojner endlich löst und am Wiener Heumarkt die Reißleine zieht?”

Das Land Burgenland hat Tojner wegen Betrugs im Zuge des Erwerbs gemeinnütziger Wohnbaugesellschaften angezeigt, die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den Unternehmer.

Darüber hinaus hat die UNESCO unlängst verlautbart, Wiens historisches Zentrum ein weiteres Jahr auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten zu behalten. Schließlich steht auch der Grundstücksverkauf, der aus dem Jahr 2008 datiert, nach wie vor in einem schiefen Licht. Erst vorletzte Woche wurde gegen vier Spitzenbeamte Anzeige erstattet, die auch in den – viel zu billig erfolgten – Verkauf des Grundstücks am Heumarkt involviert waren.

“Tojners 66 Meter hohes Kartenhaus wackelt massiv. Noch wird es von der Stadt Wien von allen Seiten gestützt, lange wird aber auch das nicht mehr gutgehen”, prophezeit Zinggl, der für kommende Woche Neuigkeiten rund um den gesetzeswidrigen Flächenwidmungsplan ankündigt.

JETZT fordert als einzige Fraktion umfassendes Prüfrecht für Rechnungshof

„Scheinreformen sind schlimmer als der Ist-Zustand, weil sie den Eindruck erwecken sollen, als wären die Parteien an einer Verbesserung der Transparenz interessiert, wo doch das Gegenteil der Fall ist“, reagiert Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT auf Vorschläge zur Änderung des Parteiengesetzes, die lediglich ein Verbot von Großspenden vorsehen.

„Was unsere Demokratie nach den Aussagen im Ibiza-Video dringend braucht, ist auch das, worauf der Rechnungshof pocht, nämlich ein echtes Prüfrecht der Parteifinanzen. Und der Antrag von JETZT geht als einziger exakt in diese Richtung. Eine transparente Parteienfinanzierung ist nur durch eine umfassende Rechnungshofkontrolle gewährleistet“, setzt Zinggl fort.
“Die Zeit ist reif den längst fälligen Schritt zu gehen. Wir wollen die gesetzliche Festlegung der Belegeinsicht in alle Parteifinanzen unter Einbeziehung der nahestehenden Vereine und Personenkomitees. Da die großen Parteien keinen diesbezüglichen Antrag eingebracht haben, ist es kaum vorstellbar, dass sie zu diesem Schritt bereit sind“, sagt Zinggl.

Geplante Fristenänderungen von ÖVP-FPÖ reine Kosmetik

Im heutigen Bautenausschuss des Nationalrates wurden die Grundlagen der kommenden Wohnungsgemeinnützigkeits-Novelle (WGG) mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ gegen die Stimmen von JETZT und der SPÖ beschlossen.

Der groß angekündigte Schutz der Sozialwohnungen vor Spekulation und die Sicherung von leistbarem Wohnraum durch Mietzinsbegrenzung fanden im Antrag der ehemaligen türkis-blauen Koalitionspartner keinen Niederschlag. Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT, hat daher wirksame Regelungen zur dauerhaften Sicherstellung von Niedrigmieten und eine Verlängerung der Spekulationsfrist bei Weiterverkauf von Wohnungen auf 25 Jahre vorgeschlagen.

„Die minimale Änderung der Fristen ist reine Kosmetik. Der Wohnungsschacher bei gemeinnützigen Wohnungen und die Vermietung zu hohen Mietpreisen kann dank ÖVP und FPÖ munter weitergehen.“, zeigt sich Zinggl verärgert.

Gerade die FPÖ hatte die Hintertüren bei Spekulationsgeschäften – auch dank der Enthüllungen von JETZT rund um den Wohnungsschacher bei gemeinnützigen Wohnungen – durchschaut und angeprangert. Umso unverständlicher ist das Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen. „Die FPÖ schreit: Haltet den Dieb und stellt den Polizisten gleichzeitig ein Bein“, meint Zinggl. JETZT wird einen Abänderungsantrag bei der Nationalratssitzung am 2. Juli einbringen und hofft auf ein Einlenken der FPÖ.

Erfreut zeigte sich Zinggl hingegen über die vollinhaltliche Übernahme seiner Forderung nach einem Verbot von touristischer Kurzzeitvermietung in gemeinnützigen Wohnungen: „Damit wird diesem Geschäftsmodell eine Absage erteilt und es steht mehr leistbarer Wohnraum zur Verfügung.“

Was der Klubobmann von JETZT, Wolfgang Zinggl, schon seit Monaten in zahlreichen Anfragen thematisiert, ist nun Gewissheit: Das Verfahren rund um den Wiener Stadterweiterungsfonds wurde jahrelang verschleppt und laufend ausgedünnt. Jetzt erhebt die Korruptionsstaatsanwaltschaft Anklage wegen Untreue gegen ranghöchste Beamten im Innenministerium.

Zinggl ist skeptisch, ob der Korruptionssumpf tatsächlich trockengelegt werden soll oder ob nur das Mindestmaß an Aufklärungsarbeit geleistet wird: „Die Schadenssumme von 1,1 Millionen Euro kommt mir sehr gering vor. Allein das Grundstück am Wiener Heumarkt wurde um mehr als 4 Millionen Euro zu billig verkauft und der Verkaufserlös satzungswidrig verwendet.”

Der Rechnungshof stellte fest, dass unter anderem auch Religionsgemeinschaften wie die Katholische Universität in Rom oder die Kirchliche Kommission in Österreich bedient wurden. Dafür wurden die beteiligten Beamten mit Orden bedacht. Um der Zweckentfremdung einen offiziellen Anstrich zu geben, wurde das Ritterkreuz des päpstlichen Silvesterordens von der damaligen Innenministerin Mikl-Leitner in Anwesenheit von Sebastian Kurz verliehen.

„Bilder sagen oft mehr als tausend ‘Antworten’ auf unsere parlamentarischen Anfragen“, sagt Zinggl und verweist auf das Foto der damaligen Ordensverleihung (siehe Anhang), auf dem die heute Angeklagten gemeinsam mit Mikl-Leitner und Kurz zu sehen sind. Dennoch kündigt Zinggl eine weitere parlamentarische Anfrage an: „Jetzt bietet sich die Chance, das schwarze Netzwerk im Innenministerium zu zerschlagen, nach dem 29. September gelten wieder die jahrzehntealten Regeln. Ich fordere deshalb eine umfassende Aufklärung statt Aufklärung light, die nur scheinbar Licht ins ‚Schwarze‘ bringt.“

Ein von ÖVP und FPÖ eingebrachter Antrag letzte Woche will externe Workshops für Sexualpädagogik gänzlich von Schulen verbannen. Die Lehrkräfte sollten stattdessen dieser Aufgabe zusätzlich nachkommen. JETZT hat dieses Vorhaben bereits letzte Woche scharf kritisiert.

Stephanie Cox, Bildungs- und Gleichbehandlungssprecherin von JETZT, sieht mit diesem Antrag die gesamte Sexualpädagogik an den Schulen gefährdet. „Die Diskussion rund um den Sexualkundeunterricht darf nicht allein auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen werden, die jetzt schon Unglaubliches leisten. Es hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche Vereine gegeben, die dieser Aufgabe nachgekommen sind und progressive Sexualpädagogik an den Schulen vermittelt haben. Gleichzeitig müssen aber ‚schwarze Schafe‘ wie TeenStar verbannt werden“, sagt Cox.

Cox verweist auch auf das bundesweite Statement zahlreicher ExpertInnen: „Knapp hundert Institutionen und bundesweite Netzwerke, darunter auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft, schlagen ebenso Alarm. Das muss ernst genommen werden.“

Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT, meint dazu: „Es geht hier um den rechtlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen. Das gilt auch für die Sexualpädagogik. Sie ist ein extrem wichtiger Schlüssel für deren Entwicklung. Für die Prävention von Missbrauch und sexualisierter Gewalt braucht es Expertinnen und Experten. Wenn nun genau diese von den Schulen abgezogen werden, so ist das eine Gefährdung unserer Kinder. Das können wir nicht zulassen.“

Über eine Stellungnahme im Hauptausschuss soll vorerst keine Unterstützung bewirkt werden

Diese Woche werden beim Europäischen Rat Gespräche über personelle Entscheidungen für den nächsten institutionellen Zyklus in der Europäischen Union stattfinden. Dabei geht es auch um das Amt der Kommissionspräsidentin bzw. des Kommissionspräsidenten. Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT, ist entschieden gegen eine vorschnelle Unterstützung von Manfred Weber, dem präferierten Kandidaten von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz: „Ich finde es unglaublich respektlos, dass sich der Altkanzler von Bundeskanzlerin Bierlein erwartet, Manfred Weber im Rat zu unterstützen. Kurz hat das Vertrauen des Nationalrates verloren und damit auch die Berechtigung, weiterhin zu agieren, als ob er Bundeskanzler wäre“.

Daher wird Bruno Rossmann morgen im EU-Hauptausschuss einen Antrag auf Stellungnahme einbringen, nicht vorschnell eine Präferenz zu äußern, nur weil diese vom Ex-Kanzler medial vorgegeben wird.

Zinggl betont: „Es wäre wünschenswert, dass sich die neue Bundesregierung und das Parlament ernsthaft mit den KandidatInnen und ihrem Programm auseinandersetzen und erst danach eine Entscheidung treffen. Dafür bleibt noch genug Zeit und es wäre fatal, auf Zuruf vorschnell den Wunsch des Ex-Bundeskanzlers umzusetzen und eine Person zu forcieren, die weder Erfahrung in der Kommission, noch in einem Ministeramt hat.“

JETZT wird EU-rechtskonformen Antrag einbringen

„Ein Anwendungsverbot von Glyphosat ist sehr wohl möglich“, meint Klubobmann und Landwirtschaftssprecher Wolfgang Zinggl von JETZT zur aufflammenden Debatte um das umstrittene Pflanzengift. „Entscheidend ist die Art und Weise, in der ein solches Verbot ausgestaltet ist. Nicht der Wirkstoff darf generell verboten werden, sondern die Anwendung muss sehr weitgehend und mit einer guten Begründung versehen eingeschränkt bzw. verboten werden. Dieses kleine aber feine Detail macht den Unterschied.“

JETZT verweist auf die Europäische Kommission selbst, die eine klare Sprache spricht und die Möglichkeit für eine Einschränkung oder ein Anwendungsverbot vorgibt. „Wir werden daher einen EU-rechtskonformen Antrag einbringen, um Glyphosat tatsächlich weitestgehend aus unserem Land zu verbannen. Der angekündigte Antrag der ÖVP wird sich nämlich nur auf ein Anwendungsverbot im Bereich von Kindergärten und Schulen beschränken und das geht eindeutig nicht weit genug“, kritisiert Zinggl.

Ein Thema beschäftigt das Parlament seit dem erfolgreichen Misstrauensantrag gegen die Regierung Kurz: Wie wirken sich die nun frei gebildeten Mehrheiten auf die parlamentarische Arbeit aus? Und siehe da: Plötzlich sind Lösungen möglich, die im Koalitionshandel – wider jede Vernunft – unmöglich waren: Nichtraucherschutz, Halbierung der Gerichtsgebühren oder die Pflegegeldvalorisierung sind drei erfolgreiche Beispiele dafür, wie die kleinste Oppositionspartei konstruktive Veränderung für das Land einläuten kann.

Was wir aber auch gesehen haben: Das freie Spiel der Kräfte stößt auch an Grenzen. Ganz scheinen die ehemaligen Regierungsparteien ihr Koalitionsabkommen noch nicht vergessen zu haben. So ist es kaum vermittelbar, warum Tampons und Binden weiterhin als Luxusartikel gelten und dem entsprechenden Steuersatz unterliegen. Oder warum das Amtsgeheimnis weiterhin unantastbar bleiben muss. Besonders alarmierend ist, dass zwei dringend notwendige JETZT-Anträge zum Klimaschutz, die auf sachlicher Ebene kaum abzulehnen sind, keine Mehrheit gefunden haben, obwohl akuter Handlungsbedarf besteht.

Der Nationale Energie- und Klimaplan legt die Klima- und Energiepolitik Österreichs für die nächsten zehn Jahre verpflichtend fest. Der Entwurf der türkis-blauen Regierung dazu ist in keiner Weise geeignet, die vereinbarten Ziele zu erreichen. Dadurch erwächst Österreich allein in den kommenden Jahren ein Schaden in der Größenordnung des Hypo-Skandals. Das attestieren auch sämtliche Expertinnen und Experten aus dem Klima- und Energiebereich, sogar jene aus den zuständigen Ministerien. Unser Antrag sollte den völlig unzureichenden österreichischen Plan ausbessern und die Strafzahlungen in Milliardenhöhe abwenden.

Außerdem haben wir eine Klimafolgenabschätzung für alle neuen Gesetzesvorhaben beantragt. Jedes Gesetz, das in Zukunft Treibhausgase verursacht, soll schon bei der Entstehung auf die Klimaauswirkungen und die Kosten überprüft werden. Als Beispiel: Wenn man davon ausgeht, dass Tempo 140 auf Autobahnen 200.000 Tonnen mehr CO2 verursacht, so müsste das dazugehörige Gesetz, mit dem das Tempo erhöht wird, auch die Strafzahlungen von jährlich rund 20 Millionen Euro für den österreichischen Bundeshaushalt berücksichtigen.

Abgesehen von diesen Versäumnissen fasst JETZT-Klubobmann Wolfgang Zinggl die vergangenen Tage positiv zusammen: „Das Parlament und auch die Bevölkerung erleben, was geht und was gehen könnte, wenn Regierungen nicht mit Scheuklappen dem Koalitionspakt folgen. Wir erleben eine faktische Gewaltenteilung und ein sachlich begründetes Abstimmungsverhalten aller Fraktionen. So könnte und sollte das österreichische Parlament immer arbeiten.“

“Die letzten Wochen haben vor allem eines gezeigt: Die verfassungsrechtlich verankerte Demokratie ist auch in Österreich keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen sie vor Korruption und Aushöhlung schützen und wir müssen sie stärken, damit sie zukünftigen Angriffen standhält. Diese Angriffe drohen aktuell vor allem durch die Machtbesessenheit mancher Politiker und die Einflussnahme privater Großspender, die durch finanzielle Unterstützung einzelner Parteien den Gesetzgebungsprozess im Parlament zu ihren Gunsten lenken wollen”, sagt Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT.

Um die Demokratie und den Parlamentarismus in den kommenden Wochen im freien Spiel der Kräfte zu stärken, hat JETZT ein Demokratiepaket mit fünf Initiativanträgen erstellt und heute im Parlament eingebracht.
Dieses Demokratiepaket umfasst:

  • Eine Reform des Parteiengesetzes

    Vereine und Privatstiftungen sollen ausnahmslos unter die Kontrolle des Rechnungshofs gestellt werden. Außerdem soll durch die Erhöhung der Geldbuße im Falle von Überschreitungen der Wahlkampfkostenbegrenzung ein wirksames Instrument zur Bekämpfung von MitteIverschwendung und Wettbewerbsverzerrung geschaffen werden. Diesem Ziel dient auch das Verbot von Großspenden.

  • Die Parteienförderung als Instrument gegen Politikverdrossenheit

    Anstatt die Parteienförderung an den Wahlberechtigten zu bemessen, sollen die tatsächlich abgegebenen Stimmen zählen und damit die Wahlbeteiligung berücksichtigt werden. Damit schaffen wir für Parteien einen zusätzlichen Anreiz, der wachsenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

  • Der gläserne Staat statt dem Amtsgeheimnis

    Der Begriff der Amtsverschwiegenheit soll vollständig revidiert werden, wir fordern in zwei Anträgen einen gläsernen Staat statt eines gläsernen Bürgers. Amtsverschwiegenheit soll die Ausnahme sein, Informationspflicht die Regel.

  • Angemessene Begutachtungsfristen bei allen Gesetzesanträgen

    Der Europarat hat Österreich schon länger aufgefordert, für alle Gesetzesvorschläge eine Begutachtungsfrist einzuhalten, um zu verhindern, dass unpopuläre Gesetze wie das zum 12-Stunden-Tag an der Bevölkerung vorbei durchgepeitscht werden. Unser Vorschlag trägt dieser Empfehlung des Europarates Rechnung.

    „Wir haben nun ein einmaliges Zeitfenster, wo neue Mehrheiten im Parlament sinnvolle Gesetze abseits von koalitionären Absprachen auf den Weg bringen können. Dieses Zeitfenster müssen wir nutzen, um maximale Transparenz und Kontrolle im österreichischen Parlament sicherzustellen“, fordert Zinggl.

Die Lückenhaftigkeit des Parteiengesetzes ist längst bekannt und ist durch das Ibiza-Video deutlicher denn je geworden. Die bisherigen Regelungen sind nicht dicht genug und ermöglichen eine Umgehung des Gesetzes. „Um dem Rechnungshof eine wirksame Kontrolle zu ermöglichen, muss er Einsicht in alle Belege der Parteien und ihnen nahestehenden Organisationen bekommen“, fordert der Klubobmann von JETZT, Wolfgang Zinggl, und erläutert:

„Insbesondere die Umgehung der Parteienförderung durch Spenden an Vereine verzerrt den demokratischen Wettbewerb der Parteien. Offenzulegen, wer wem direkt oder indirekt wieviel spendet, ist das erste Gebot. Eine Begrenzung der Spenden das zweite. Das dritte Gebot macht vorsätzliche Falschmeldungen von Parteispenden gerichtlich strafbar. Damit soll der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit gegeben werden, eine Kontoöffnung zu beantragen. Und viertens werden die Geldbußen bei massiven Wahlkampfkostenüberschreitungen empfindlich angehoben.”

JETZT hat einen detaillierten Gesetzesvorschlag ausgearbeitet, mit dem Transparenz gesichert wird. “Ich freu mich schon auf die Abstimmung im Parlament, da sich dort zeigt, wer vor Kontrolle und Transparenz keine Angst hat.“

“Der menschenverachtende Regierungskurs wird durch die Entlassung von Herbert Kickl als Innenminister deutlich entschärft“, freut sich Wolfgang Zinggl, Klubobmann von JETZT.

„Diese Entscheidung des Bundeskanzlers kommt spät, aber immerhin ist sie gekommen und daher zu begrüßen. Es wird trotzdem die Verantwortung des Bundeskanzlers bleiben, dass er Österreich in eine unmögliche und unrühmliche Lage manövriert hat. Er ist durch die Koalition bewusst ein unnötiges und verantwortungsloses Risiko eingegangen. Er hätte längst erkennen müssen, welche Menschen er mit Regierungsverantwortung betraut hat”, sagt Zinggl.

“Durch das Dealen im Hintergrund und das Schachern um Ministerämter zum Erhalt von Macht ist er als Bundeskanzler aber selbst untragbar geworden. Deshalb sehen wir unseren Misstrauensantrag als notwendige Maßnahme. So wie Kurz das bei den FPÖ-Ministern vorgeschlagen hat, sollte auch er vorübergehend fachkundig ersetzt werden. Immerhin hat er in kurzer Zeit schon zwei Regierungen gesprengt. Es wird Zeit, dass das Parlament dem koalitionären Sprengmeister die notwendige Nachdenkpause verschafft”, kündigt Zinggl an.

“Der Präsident des Parlaments beweist seine parteipolitischen Interessen: Sobotka verschiebt die Sondersitzung auf den letztmöglichen Termin. Die Vermengung von EU-Themen und innenpolitischem Desaster kann nicht im Interesse einer demokratischen Aufarbeitung der skandalösen Geschehnisse der letzten Tage sein“, kritisiert der Klubobmann von JETZT, Wolfgang Zinggl, und weiter: „Ein ständiges Verschieben der Präsidiale angesichts des dringenden Handlungsbedarfes dient lediglich den Interessen der ÖVP.“

„Die Entscheidung des Bundeskanzlers ist der einzig richtige Schritt und eine Chance für die politische Erneuerung des Landes“, sagt der Klubobmann von JETZT, Bruno Rossmann.

„Hat es wirklich eines für Österreich blamablen Videos bedurft, um der ÖVP klarzumachen, mit welchem verrotteten Koalitionspartner sie schon seit eineinhalb Jahren arbeitet? Die FPÖ darf Österreich nie mehr repräsentieren“, meint Klubobmann Wolfgang Zinggl.

„Wenn der Bundeskanzler bis jetzt noch nicht verstanden hat, mit welchen Leuten er sich eingelassen hat, sollte ihm spätestens jetzt für die Zukunft klar geworden sein, hier handelt es sich nicht um einen einzelnen aufgedeckten Fall. Hier handelt es sich um eine Kultur der außer Macht nichts heilig ist“, meint der Klubobmann von JETZT, Wolfgang Zinggl, und weiter: „Dieses Video hat das wahre Gesicht der FPÖ offenbart. Nach diesen Aussagen haben wir den Beweis: Die FPÖ ist die Partei der Großkonzerne und deren Interessen, die mit dem ‚kleinen Mann‘ nichts am Hut hat, gar nichts. Das ist Betrug am ‚kleinen Mann‘.“

Strache bestätigt Spendenverein

„Damit ist klar geworden, dass diese Koalition nicht weiter geführt werden kann. Der Kanzler muss umgehend die Reißleine ziehen“, fordert Klubobmann Rossmann.

„Mit jedem Tag mehr, in der eine österreichische Bundesregierung aus Leuten besteht, die sich über Gelder bereichern und damit die Medien unter Kontrolle bringen wollen, wird dem Ansehen Österreichs weiter geschadet. Bei seinem Rücktritt spricht Strache davon, dass weder Gelder an die Partei noch an den gemeinnützigen Verein geflossen wären und gibt damit zu, dass es diesen Verein gibt und er die Kontrolle über dessen Eingänge hat: ein Fall für den Staatsanwalt“, hält Zinggl fest.

Zusätzliche Millionen ohne Aufklärung der vom Rechnungshof kritisierten Fehlbeträge

Seit einem guten Jahr hören wir von der Ministerin, dass das „Netzwerk Kulinarik“ neu aufgestellt werden soll, ohne Eingeständnis, dass die ursprüngliche Bemühung dazu ein voller Flop war, und viele Fragen aufgeworfen hat. „Wohin sind die knapp 1,7 Millionen Euro hingeflossen, die als Vorschuss für die Auftragnehmer des Netzwerkes bereits 2016 ausbezahlt wurden?“ fragt der Landwirtschafts- und Rechnungshofsprecher von JETZT, Wolfgang Zinggl. Der Rechnungshof hat höchst obskure Verflechtungen und personelle Naheverhältnisse offengelegt und die Agrarmarkt Austria (AMA) nimmt dabei eine zweifelhafte, bislang von der Ministerin nicht aufgeklärte Rolle ein. Köstingers Antworten auf die parlamentarischen Anfragen von Wolfgang Zinggl widersprechen jedenfalls dem Rechnungshofbericht und selbst den Angaben des Ministeriums in Anfragebeantwortungen davor. Zinggl fragt sich weiter: „Was wurde von wem seit 2016 im ‚Netzwerk Kulinarik‘ geleistet? Jetzt werden neuerlich 15 Millionen Euro in ein Projekt investiert, dass nun schon drei Jahre lang dahinvegetiert.”