„Dass im Parlament auf Einladung der dritten Nationalratspräsidentin ein NSDAP Mitglied geehrt wurde, ist nicht nur beschämend, es ist ein veritabler politischer Skandal. Dass mit dieser Veranstaltung im Rahmen des Parlaments der antifaschistische Konsens der zweiten Republik nach dem Gedenkjahr 2018 so rasend schnell verlassen wurde, ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer des Nationalsozialismus“, reagierte Alma Zadic, innenpolitische Sprecherin von JETZT, auf die Veröffentlichung der NSDAP-Mitgliedskarte von Franz Dinghofer durch das Mauthausen-Komitee.

Zur Veranstaltung BAUMEISTER DER REPUBLIK – FRANZ DINGHOFER am Montag, dem 18. Februar 2019, um 18:30 Uhr, hatte die dritte Nationalratspräsidentin gemeinsam mit Vizekanzler Strache und dem ORF-Generaldirektor Wrabetz offiziell in das Palais Epstein geladen. „Es soll niemand behaupten, man hätte den Hintergrund von Dinghofer nicht wissen können. In der historischen Literatur war bekannt, dass Dinghofer ein glühender Antisemit und Vorsitzender der Großdeutschen Volkspartei war. Die Kampfgemeinschaft der Deutschnationalen mit der NSDAP ist eine historische Tatsache. Warum der ORF dies in seiner Dokumentation verharmlost, kann ich nicht nachvollziehen. Dass aber der Nationalratspräsident eine ‚Nazi-Ehrung‘ nicht untersagt, ist für mich äußerst bedenklich“, sagte Zadic.
JETZT wird die Hintergründe in einer parlamentarischen Anfrage aufklären. „Da wird sich auch Nationalratspräsident Sobotka für die Veranstaltung, die einen bekennenden Antisemiten und NSDAP Mitglied reinwaschen will, erklären müssen“, erklärte Zadic.