„Bereits vor einem Jahr haben wir die Einführung eines rechtlich verbindlichen, einheitlichen Qualitätssiegels für alle in Österreich angebotenen Lebensmittel gefordert. Herkunft, Erzeugungsart, Verarbeitung, Transport und Lagerung müssen ausgewiesen sein, um den Konsumentinnen und Konsumenten den fairen Vergleich von Qualität und Preis zu ermöglichen. Unser entsprechender Antrag wird beim kommenden Landwirtschaftsausschuss am Donnertag wieder debattiert“, sagt Wolfgang Zinggl, Klubobmann und Landwirtschaftssprecher von JETZT. „Gesetzlich nicht geregelte Biosiegel dienen oft nur Marketingzwecken, um den Anschein eines guten und qualitativ hochwertigen Produktes zu erwecken. Schweine werden mit gentechnisch verändertem Soja aus Übersee gefüttert. Bei der Produktion der Sojapflanzen werden übermäßig viele Pestizide eingesetzt, Regenwald unwiederbringlich zerstört und das fertige Produkt erhält dafür auch noch das AMA-Qualitätssiegel. Das ist Täuschung auf die perfideste Art und Weise“, kritisiert Zinggl.

JETZT kritisiert, dass genmanipulierte Futtermittel unter dem AMA-Gütesiegel immer noch erlaubt sind

„In Nord- und Südamerika sind über 90 Prozent der Sojapflanzen gentechnisch veränderte Organismen. Der Großteil der Sojaproduktion in Regenwaldgebieten wandert in die Rinder- und Schweinemast“, erklärt der Landwirtschaftssprecher und weiter: „Gentechnisch veränderte Lebensmittel oder deren Zutaten müssen gekennzeichnet sein, nicht allerdings Fleisch und andere Produkte von Tieren, die mit genetisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Hier gibt es noch immer keine Kennzeichnungspflicht.“

JETZT fordert ein einheitliches und vertrauenswürdiges Qualitätssiegel, das Informationssicherheit schafft. „Eine Mindestanforderung dabei ist natürlich der Verzicht auf billige, genmanipulierte Futtermittel für die Tiere. Im kommenden Landwirtschaftsausschuss kann die Regierung zeigen, wie ernst es ihr mit der Lebensmittelqualität in Österreich ist.“