Die heute veröffentlichte Antwort des Wiener Bürgermeisters an Kulturminister Blümel ist laut JETZT-Kultursprecher Wolfgang Zinggl eine glatte Themenverfehlung und zwingt den Minister, im Rahmen seiner Verpflichtung tätig zu werden.

Die Ankündigung des Bürgermeisters, mit der UNESCO weiter auf Dialog setzen zu wollen, ist für Zinggl durchschaubar: „Der Bürgermeister möchte offensichtlich über den Wahltag hinaus Zeit gewinnen, um das Projekt unabhängig vom Erhalt des Welterbes zu verwirklichen. Mit den von der internationalen Organisation eingeforderten Maßnahmen hat dieser Plan wenig zu tun. Die rot-grüne Stadtregierung täuscht die Öffentlichkeit. Die UNESCO verhandelt nicht über das Welterbe, sie entscheidet auf Basis der von ihren Mitgliedern (unter ihnen auch Österreich) erarbeiteten Regeln und der Gutachten von Experten, sollten diese Regeln missachtet werden. Die Gutachten zum historischen Zentrum von Wien sind mittlerweile mehr als eindeutig: Die Stadt Wien wird aufgefordert, ein für alle Mal gesetzlich Vorsorge zu treffen, um international blamable und folgenschwere Bauprojekte in Zukunft nicht mehr zu ermöglichen.“

Die auch von Zinggl geforderte Rechtssicherheit umfasst vor allem, dass in der Wiener Bauordnung und im Flächenwidmungsplan festgesetzt wird, dass im historischen Zentrum keine Hochhäuser mehr gebaut werden dürfen: „Sonst könnte sich schon morgen der nächste Immobilieninvestor daran machen, mit maßlosen Ideen und der Unterstützung der Stadtregierung an der Zerstörung der Wiener Innenstadt weiterzuarbeiten.”
Zinggl fordert tatsächliche Handlungen: „Der Kulturminister darf sich an dieser doppelbödigen Strategie nicht beteiligen, sondern muss das Damokles-Schwert, das sonst noch viele Jahre über unseren Köpfen schwebt, endlich aus der Welt schaffen.“