Die jüngste Personalentscheidung von Kulturminister Gernot Blümel zur Neubesetzung des Filmbeirats ist nicht nach Expertise, sondern offenbar bewusst nach kaufmännischen Kriterien getroffen worden. Die neuen Mitglieder sind allesamt Männer. Eine einzige, vom Minister berufene Frau, wollte in dieser Konstellation nicht arbeiten. Die neuen Mitglieder sind vor allem aber keine Fachleute im Bereich des Kunstfilms, sondern zwei Produzenten und ein Schauspieler aus dem kommerziell ausgerichteten Produktionsbereich.

Über eine Kommerzialisierung lässt sich der kritische Film einschränken

Das ist für den JETZT-Kultursprecher Wolfgang Zinggl eine offensichtliche Weichenstellung im Bereich des kritischen Films und eine Reise in die Vergangenheit: “Mich erinnert die Vorgangsweise an den Angriff der ersten schwarz/blauen Bundesregierung auf die Diagonale vor 15 Jahren. Auch Kunststaatssekretär Franz Morak hatte mit fragwürdigen Personalentscheidungen versucht, unliebsame Kunstschaffende zu schwächen. Unbequeme Kunst soll ausgehungert und durch unkritischen Kommerz ersetzt werden.”