Monatelang hat sich Bundesministerin Köstinger in Selbstlob über den vorhandenen Lawinenschutz ergangen und die Kritik des Rechnungshofes ignoriert. „Ich habe die Ministerin mehrmals darauf hingewiesen, dass der mangelhafte Zustand von Österreichs Schutzwäldern keinen stabilen Schutz vor Lawinen bietet. In der Beantwortung meiner entsprechenden parlamentarischen Anfrage hat die Ministerin sogar noch gemeint, dass sie keinen Änderungsbedarf sieht. Jetzt ist sie offenbar aus ihrem Winterschlaf erwacht und nimmt Geld für längst überfällige Sanierungen und Aufforstungsmaßnahmen in die Hand“, lobt Wolfgang Zinggl, Landwirtschaftssprecher von JETZT, die späte Erkenntnis der Ministerin.


Allerdings sieht Zinggl die geplanten Investitionen von 45 Mio. Euro in die technische Lawinenverbauung kritisch: „Wie auch der Rechnungshof empfiehlt, muss das Geld in die Aufforstung und Sanierung der Schutzwälder gesteckt werden. Das Geld für technische Schutzmaßnahmen rauszuschmeißen, anstatt in eine nachhaltige Aufforstung der Schutzwälder zu investieren, ist völlig unwirtschaftlich und dazu auch ökologisch ein Wahnsinn.“


Der Rechnungshof hatte bereits in seiner Vorprüfung 2015 darauf hingewiesen, dass technische Schutzmaßnahmen fast zehn Mal so teuer sind wie die Aufforstung des Waldes.